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Unternehmensnachfolge im Mittelrheintal: Quantitativer und qualitativer Turnaround gefragt.

Freitag, 14. Juli 2017

Im Auftrag der IHK-Koblenz führte das dwif eine Befragung von Beherbergungsbetrieben in der Destination Romantischer Rhein durch. Zentrale Fragestellung: Wie viele Betriebe werden bei einer von der Destination avisierten Bundesgartenschau 2031 wegen Problemen in der Betriebsnachfolge voraussichtlich nicht mehr am Markt aktiv sein?

Quo vadis, Mittelrheintal? Erstmals zeigt jetzt eine Untersuchung, dass die Zahl der Übernachtungsbetriebe im Mittelrheintal in den kommenden Jahren weiter sinken wird – um 13 Prozent bis 2032.

Einer aktuellen Betriebsbefragung des dwif in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Koblenz und der Romantischer Rhein Tourismus GmbH zeigt, dass es in 15 Jahren nur noch 268 statt 308 gewerbliche Gastgeber geben wird.

Ursache dafür: In Folge des demografischen Wandels reduziert sich die Anzahl der interessierten Unternehmensnachfolger zunehmend. Immer weniger junge Menschen entschließen sich zu einer Ausbildung oder Tätigkeit in den gastgewerblichen Berufen.

 

Ausgewählte Ergebnisse der Betriebsbefragung im Detail:

Am 26. Juni 2017 stellte Dr. Mathias Feige unter dem Titel Die Zukunft der Beherbergungsbetriebe im Mittelrheintal diese und weitere Ergebnisse der Anbieterbefragung vor.

  • Rund 60 Prozent der Hoteliers gaben in der Befragung an, eine Betriebsnachfolge spiele innerhalb der nächsten zehn Jahre keine Rolle.
  • Sieben Prozent der Inhaber haben die Nachfolge bereits erfolgreich geregelt.
  • Besorgniserregender sei, so Jeanette Dornbusch, Geschäftsführerin der Romantischer Rhein Tourismus GmbH, die prognostizierte Entwicklung bei den Privatquartieren, also Pensionen und Ferienwohnungen. „Dieses Marktsegment wird sich bis 2032 nahezu halbieren, von rund 650 auf 325 Betriebe.“

Der Abbau von Investitionsstaus stellt die Branche in den kommenden Jahren vor eine enorme Herausforderung. 46 Prozent der Befragten geben an, um die Entwicklung des eigenen Betriebes stehe es schlecht. Laut Umfrage sind in den kommenden Jahren zudem bei rund einem Viertel der gewerblichen Betriebe keine oder nur sehr geringe Investitionen vorgesehen.

 

 Mittelrheintal Unternehmensnachfolge dwif 1Mittelrheintal Unternehmensnachfolge dwif 2

 

„Modernisierungen, Produktinnovationen und Umweltschutzmaßnahmen können wesentlich dazu beitragen, neue Zielgruppen anzusprechen. Es ist Kreativität gefragt, Angebote zu entwickeln, die nicht ‚0815‘ sind, sondern unverwechselbar. Gerade die historischen Ortskerne sind prädestiniert, unter Einbezug des Denkmalschutzes neue Konzepte zu entwickeln, auch vorausschauend auf eine mögliche BUGA 2031. Architektur und Design sollten dabei eine große Rolle dabei spielen“, erläutert Christian Dübner, IHK-Tourismusreferent.

Jeanette Dornbusch ergänzt: „Ebenso spielen Klassifizierungen eine wichtige Rolle, etwa die Auszeichnung als wander- und fahrradfreundlicher Betrieb. Ohne ausreichende Investitionen wird sich die Region schwer tun, mit den Gästebedürfnissen Schritt zu halten.“

Textteile basierend auf der offiziellen Pressemeldung der IHK-Koblenz

 

Mittelrheintal Unternehmensnachfolge dwif CoverDownload der Studie

 

Tourismus wichtige Wirtschaftskraft

Bereits 2015 analysierte das dwif im Auftrag der IHK Koblenz die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in der Destination. Das Ergebnis: Die Tourismuswirtschaft in der Destination Romantischer Rhein zählt mit einem Bruttoumsatz von mehr als 1,07 Mrd. Euro zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. 18.620 Personen können rein rechnerisch ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus am Mittelrhein bestreiten.

 

Romantischer Rhein Wirtschaftsfaktor Tourismus 2015 dwif CoverDownload der Studie

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