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Bedürfnisse kennen: Gästebefragung in Mecklenburg-Vorpommern bringt Klarheit

Freitag, 03. März 2017

Nach 2010 hat Mecklenburg-Vorpommern 2015/2016 erneut an der deutschlandweiten Gästebefragung Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen Stärken und Reserven des Urlaubslandes und geben wichtige strategische Hinweise für die Tourismusarbeit im Land.

„Mecklenburg-Vorpommern wird von seinen Gästen überdurchschnittlich häufig weiterempfohlen und oft mehrfach besucht. Zudem ist die Zufriedenheit der Gäste insgesamt sowie mit ihrer Unterkunft weiterhin hoch. Das sind gute Nachrichten. Allerdings werden dagegen beispielsweise die Erreichbarkeit des Urlaubslandes, der öffentliche Nahverkehr oder die Ladenöffnungszeiten schlechter eingeschätzt.

Wir haben also noch einige Baustellen offen und müssen überlegen, wie wir sie schließen können“, bilanzierte Sylvia Bretschneider, Präsidentin des Landestourismusverbandes, zentrale Ergebnisse der ersten großen und repräsentativen Gästebefragung seit 2009/2010. Der Verband und seine Partner werden die Resultate intensiv auswerten und Strategien von Werbung und Qualitätssicherung daran ausrichten.

 

Hintergründe zur Befragung

  • Im Rahmen des Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus wurden im Auftrag des Tourismusverbandes MV zwischen Sommer 2015 und Sommer 2016 über 6.000 Urlaubsgäste in allen Urlaubsregionen ausführlich befragt. Die Befragung ergibt ein genaues Profil der Stärken und Schwächen des Urlaubslandes.
  • Die persönlichen Einzelgespräche (Face-to-Face-Befragung) wurden mit standardisierten Fragebögen an touristisch relevanten Orten in allen Regionen des Landes geführt.
  • Mehr zum Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus lesen Sie hier.

Mehr als 90 Prozent sind zufrieden, mehr als 80 Prozent wollen wiederkommen

Ein wichtiges Ergebnis: 92 Prozent der MV-Gäste sind mit ihrem Aufenthalt zufrieden oder sehr zufrieden; der Mittelwert auf einer Notenskala von 1 bis 6 liegt mit 1,78 immer noch sehr hoch, wenngleich etwas niedriger als bei den 2010 veröffentlichten Vergleichsergebnissen (1,72).

Noch etwas stärker ausgeprägt als vor sieben Jahren wiederum ist die Absicht, Mecklenburg-Vorpommern wieder zu besuchen – 81 Prozent der Gäste wollen sicher oder sehr sicher wiederkommen (Note 1,71 im Vergleich zu 1,77 bei der letzten Befragung). Auch der Wille, das Urlaubsziel Mecklenburg-Vorpommern sicher oder sehr sicher weiterzuempfehlen, ist noch größer als 2010: 91 Prozent der befragten Urlauber äußern sich entsprechend (Note 1,61 im Vergleich zu 1,74 bei der letzten Befragung). „Die Werbung von Mund zu Mund funktioniert, und das ist gut so. Denn persönliche Empfehlungen wecken Vertrauen. Damit Menschen ein Reiseziel weiterempfehlen, müssen ihnen Angebot, Service und Qualität gefallen haben – dies ist in Mecklenburg-Vorpommern mehrheitlich der Fall“, so Sylvia Bretschneider.

Positiv bewertet werden von den Gästen unter anderem auch

  • Landschaft
  • Gastfreundschaft
  • Atmosphäre
  • Ortsbild
  • Architektur

Neben Licht auch Schatten: MV muss mit Konkurrenz und Gästeansprüchen Schritt halten

Die Verbandspräsidentin wies aber auch darauf hin, dass die Untersuchung Schwachstellen des Urlaubslandes offenbart:

  • So erhält das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln nur die Durchschnittsnote 2,47 (2010: 2,26).
  • Deutlich kritischer bewertet werden auch die über die Bäderverkaufsordnung eingeschränkten Öffnungszeiten.
  • Auch bei der Erreichbarkeit, der Barrierefreiheit oder der Beschilderung von Wegen besteht Verbesserungsbedarf.
  • Zudem schneiden die Einkaufsmöglichkeiten schwächer ab als 2010.
  • Mit dem Veranstaltungsangebot, dem Schlechtwetterangebot und dem Kunst- und Kulturangebot werden überdies Bereiche schlechter bewertet, die zu den Handlungsschwerpunkten in touristischen Regionen und Gemeinden gehören.

„Wir müssen die Signale ernst nehmen und wach und aktiv bleiben. Mecklenburg-Vorpommern hat in 25 Jahren viel in seine touristische Infrastruktur investiert. Doch die Ansprüche der Gäste steigen inzwischen offensichtlich schneller, auch weil die Konkurrenz aufgewacht ist.“

 

Gäste suchen Ruhe und schätzen die natürlichen Vorzüge des Landes
Die Entscheidung für Mecklenburg-Vorpommern als Urlaubsregion fällt insbesondere aufgrund der natürlichen Vorzüge des Landes.

  • Drei Viertel der Befragten fühlen sich von Landschaft und Natur angezogen.
  • Geschätzt werden auch Luft und Klima sowie Strände und Seen.
  • Ruhe ist fast jedem Zweiten ein wichtiges Bedürfnis.
  • Zudem zählen für 41,5 Prozent gute Erfahrungen aus der Vergangenheit.
  • Nachtleben, Einkaufsmöglichkeiten und gastronomische Angebote hingegen sind weniger relevant für die Urlaubsentscheidung.
Den Gästewünschen entsprechen die Urlaubsarten (Mehrfachnennungen waren bei den Fragen dieser Kategorien möglich):
  • Zwei Drittel der MV-Reisenden verbringen einen Erholungsurlaub.
  • Dahinter stehen Natururlaub und Badeurlaub.
  • Aktive Urlaubsformen folgen leicht abgesetzt, wobei Radreisen mit 22,1 Prozent Anteil an Bedeutung gewonnen haben und auch Aktiv-Urlaub allgemein und Wanderurlaub nennenswerte Anteile verbuchen.
  • Kultururlaub spielt für 10,0 Prozent der MV-Gäste eine Rolle, als Städteurlauber sehen sich 9,8 Prozent.
  • Wellness- und Gesundheitsurlaub sind wie erwartet im Winterhalbjahr von höherer Bedeutung als im Sommer.

Bei den Aktivitäten im Urlaub dominieren die Klassiker: Die Gäste wollen Ausspannen, Flanieren und Spazieren, und sie wollen die Natur aktiv nutzen – beim Schwimmen, Radfahren oder Wandern. Zunehmend wichtiger wird der Genuss regionaler Speisen und Getränke. Eine eher untergeordnete Rolle bei den Aktivitäten spielen kulturelle Angebote.

 

Anteil der Familien wächst
Gaestebefragung Qualitaetsmonitor Mecklenburg Vorpommern IIErfreulich ist, dass Mecklenburg-Vorpommern trotz einer insgesamt älter werdenden Klientel den Anteil von Familienurlaubern weiter steigern konnte.

Dazu Sylvia Bretschneider: „In diesen Bereich investiert das Land seit vielen Jahren viel Kraft – im Angebot und in der Werbung und arbeitet damit erfolgreich gegen den Trend an. Während die Zahl von Familien mit Kindern in Deutschland insgesamt rückläufig ist, steigt der Anteil dieser Gästegruppe in Mecklenburg-Vorpommern weiter an. Damit bauen wir zugleich auch die Gäste von morgen auf.“

 

Information im Netz, Buchung direkt bei der Unterkunft
Ein differenziertes Bild ergibt sich bei den Informationsquellen der Urlauber:

  • Vorn rangiert das Internet, über das sich zwei Drittel der Gäste (67,9 %) informieren.
  • Weiterhin wichtig sind jedoch auch gedruckte Informationen in Reiseführern, Broschüren oder Berichten (41,4 %).
  • Daneben zählen auch Empfehlungen von Freunden, Bekannten und Verwandten (37,3 %).
  • Weniger relevant sind Social-Media-Kanäle (1,9 %) und Messen (0,6 %).

Gebucht wird wiederum vornehmlich in der Unterkunft selbst – 61,6 Prozent wählen diesen Weg. Internetportale und Buchungsplattformen folgen mit starkem Zuwachs mit 15,3 Prozent (2010: 2,0 %). Auf Reisebüros und -veranstalter entfallen 8,2 Prozent der Buchungen. Die meisten Buchungen werden per Telefon (38,2 %) und Internet (37,0 %) getätigt.

Im Vergleich zur letzten Gästebefragung haben mittel- und langfristige Buchungen deutlich zugenommen – weit mehr als die Hälfte der Urlauber (57,0 %) sichert sich die Unterkunft mindestens zwei Monate vor der Reise, darunter vermutlich viele Stammgäste. Daneben gibt es mit 14,2 Prozent aber auch mehr spontane Gäste, die frühestens eine Woche vor Reiseantritt buchen.

 

Inzwischen etwas mehr Gäste aus den westlichen Bundesländern

Gefestigt hat Mecklenburg-Vorpommern seine Position als gesamtdeutsches Reiseziel. 52 Prozent der deutschen Gäste stammen laut Befragung aus den westlichen Bundesländern, 48 Prozent aus den östlichen Ländern. 2010 war dieses Verhältnis noch umgekehrt.

Entsprechend hat sich der Anteil der Erstbesucher von 5,9 Prozent auf 10,0 Prozent verbessert. Zugleich bezeichnen sich deutlich mehr Urlauber als Stammgäste des Landes (42,4 % gegenüber 22,9 % 2010) gegenüber den so genannten Intervallgästen (36,4 %), die ab und zu wiederkehren.

„Das Erfolgsrezept lautet, in den bevölkerungsreichen west- und süddeutschen Gegenden um neue Gäste zu werben, ohne die Stammgäste und die nachwachsenden Generationen in Ostdeutschland zu vernachlässigen“, sagte Sylvia Bretschneider.

Angeführt wird die Liste der Herkunftsbundesländer von

  • Nordrhein-Westfalen (14,7%) vor Sachsen (12,4%), Niedersachsen (11,0%), Berlin (10,3%) und Brandenburg (8,3%).
  • Es folgen Thüringen (6,3%), Schleswig-Holstein (6,1%), und Sachsen-Anhalt (5,7%) vor den Gästen aus dem eigenen Bundesland (5,1%).
  • Nach wie vor schwächer vertreten sind Gäste aus Süddeutschen Bundesländern wie Bayern (3,9%) oder Rheinland-Pfalz (2,1%), aber auch aus Hamburg (2,4%).

Gästemeinungen ernst nehmen und nutzen!
Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe dankte den Gästen, die an der Befragung teilgenommen haben. „Das ist die beste Möglichkeit, direkte Anregungen für den Tourismus zu bekommen. Mit den Ergebnissen können wir gut arbeiten. Es wird deutlich, dass es ganz viel Licht
und auch etwas Schatten gibt. Den Herausforderungen müssen wir uns weiter stellen. Ein Hauptziel ist es, dass unser Land das ganze Jahr für seine Gäste attraktiver wird. Wir haben noch Nachholbedarf bei den saisonunabhängigen Angeboten für unsere Gäste. Hier setzen wir an und
werden weiter in ganzjährige Angebote investieren. Saison ist das ganze Jahr im Land“. 


Seien Sie dabei und erfahren Sie mehr über Ihre Gäste!

Das neue Befragungsjahr startet im Mai 2017. Wir erläutern Ihnen gerne die Details der Teilnahme.

 

Textbasis: Pressemitteilung Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Die Original-Pressemeldung lesen Sie hier.

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