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Erlebnisbericht Radfernroute München-Venedig: Andrea Möller "erfährt" eigenes Produkt

Dienstag, 07. November 2017

Zwei Jahre nach Projektabschluss war es endlich soweit. dwif-Projektmanagerin Andrea Möller und Familie testen im Sommer 2017 das eigene Produkt – die alpenquerende Radfernroute münchen venezia: 570 km in 8 Etappen und (wie sie dann im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“) mit 4.500 Höhenmetern!

Seit Sommer 2015 schließt der neue Radfernweg münchen venezia die Lücke der Alpenquerungen für den östlichen Alpenraum und verbindet damit Deutschlands südlichste Metropole mit Italiens Lagunen-Perle an der Adria. Das dwif und die Kärntner Agentur Weitblick waren für das Projektmanagement und Finanzmanagement der Route im Programmraum Bayern-Tirol zuständig. Mehr Hintergründe zum Projekt erfahren Sie hier.

Grund genug für Andrea Möller, das „eigene Produkt“ auf Herz und Nieren zu prüfen.

 

Ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht…

INTERREG Radtourismus muenchen venezia Erfahrungsbericht 1Die Reiseplanung findet über Ostern statt, gebucht haben wir dann aber erst sehr kurzfristig bis kurz vor Abfahrt. Das war einerseits gut, denn Infekt-bedingt und packtechnisch entstresste uns der spätere Starttag deutlich, andererseits mussten wir die eine oder andere Etappe noch anpassen, weil unsere Wunschquartiere nicht mehr frei waren.

Billig wurde es ohnehin nicht, da wir noch mitten in der Hochsaison unterwegs waren und auch nicht an der Qualität der Unterkünfte sparen wollten!

Damit wäre wieder einmal bewiesen: Radtouristen sind keine „Billigheimer“ – schließlich gingen wir auch noch jeden Tag essen! Und sie generieren Übernachtungen dort, wo Autoreisende i.d.R. einfach durchfahren.

 

 

Grip optimieren und Badestop im Lago Sta. Croce

Die Bahnverbindungen entlang der Strecke sind wirklich ein Segen: Dank BOB konnten unsere jüngere Tochter Veronika und ich am ersten Tag erst in Bad Tölz hinzustoßen – ich wollte mir noch ein bißchen Rekonvaleszenz gönnen und die Rechnung ist aufgegangen.

Nach Übernachtung in Fall wurden rund um den Sylvenstein die Bremsen und Reifenprofile beim Auf und Ab auf den steinigen Forstwegen getestet. Tipp vom Profi: Etwas Luft vor allem im Vorderreifen ablassen, das verbessert den Grip.

Isar, Sylvenstein oder Tegernsee, Achensee, Inn – wie das Motto „Wassererlebnis“ im ersten Abschnitt der Route verspricht, gibt es jede Menge Bademöglichkeiten. Leider war auf den ersten Etappen keine Zeit – wir wollten und mussten erst einmal vorwärts kommen. Bis ich am Lago Sta. Croce auf einer Badepause bestanden habe – einfach göttlich.

Aber zunächst mussten wir unsere Alpentauglichkeit am Brenner beweisen: mit 70 km zwischen Wattens und Sterzing sowie 1.200 Höhenmetern die heftigste Etappe. Für dieses Stück bieten die Radreiseveranstalter grundsätzlich Bahntransfer an, weil die persönliche Leistungsfähigkeit der Kunden einfach zu stark variiert, erzählt uns Freddy Mair von Funactive. Ihn haben  wir im sehenswerten Bahnhofsbistro von Toblach als ehemaligen Projektpartner getroffen ebenso wie Roland Schneider in St. Peter am Brenner und Hugo Götsch in Bruneck.

 

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Abfahrt mit Gletscherblick

Belohnt werden wir ab Passhöhe von einer atemberaubenden Abfahrt auf den ehemaligen Bahntrassen über Gossensass nach Sterzing: tadeloser Belag, ausgebaut wie eine Radautobahn, malerische, stillgelegte Kleinbahnhöfe an der Strecke, Tunnels mit automatischer Beleuchtungsanlage, Gletscherblick. Im übrigen belohnte auch die Fahrrad-Fahrt durch das Brennertal mit Kulinarik und landschaftlicher Schönheit, die man als typischer Autobahnreisender überhaupt nicht wahrnimmt.

Ähnlich spektakulär wie die Brennerabfahrt ist eigentlich nur noch die Abfahrt ab Gemärkpass nach Cortina d`Ampezzo vor der atemberaubenden Kulisse der Dolomiten im sanften Abendglühen. Aber nun geht es nach Sterzing erst einmal bei Franzensfeste ins Pustertal bis zum nächsten Quartier in Bruneck. Dort wartet im komfortabel ausgebauten ehemaligen Bauerngehöft ein selbstgemachter Zitronensirup vom Vermieter auf uns!

 

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 Erfolg für das Projektteam

Den nächsten Tag dann großes Landschaftstheater. Ab Niederndorf (Villabasso) eröffnet sich der Blick auf das beginnende Dolomitenmassiv. Wieder ermöglicht eine Bahnverbindung, dass dieses Mal unser „Quoten“mann und Vater seinem rechten Fuß mit gereiztem  Bandapparat eine Pause gönnen kann. Auf der Strecke Bruneck – Innichen verkehrt eine von Radfahrern viel genutzte Regionalbahn im Südtirol-Design.

Erstmalig und schon zwei Jahre nach Eröffnung der München Venedig – Radroute fahren 2017 mehr Radler flussaufwärts von Brixen nach Toblach als umgekehrt - ein messbarer Erfolg! Vorher war München-Venedig hier kein Thema, man nahm den Zug ab Brixen bis Innichen und rollte dann flussabwärts zurück.

 

Landschaftskino vom Feinsten

Toblach-See und Drei Zinnen bieten uns ganz großes Kino! Wieder ermöglicht das Fahrrad ein deutlich unmittelbareres Landschaftserlebnis als Bus und PKW. Der Gemärkpass-Anstieg ist zwar lang, aber harmlos im Vergleich zum Brenner. Im etwas nobleren Hotel in Cortina, das St. Moritz in Sachen Modänität unserer Meinung nach hinter sich lässt, nutzen wir gern den Wellnessbereich. Bei den Unterkünften zu sparen, zahlt sich nicht aus, wenn man den ganzen Tag gerackert hat. Dafür gibt es  heute kulinarisch Pizza-Take-Away.

Noch zwei Etappen mit einer nahezu ganztägigen Abfahrt ab Cortina, durch das Belluno mit einem lohnenden Abstecher in ein Agriturismo in Tarzo mitten in den Weinbergen, erreichen wir Treviso. Hier haben wir den ersten Tag radl-frei, entdecken dieses charmante Klein-Venedig mit deutlich weniger Touristen sowie vielen ruhigen Ecken und genießen das Zu-Fuß-Laufen in vollen Zügen.

Trotzdem ist es gut erst hier den ersten wirklichen Zwischenstopp eingelegt zu haben. Die Lust noch einmal den Drahtesel zu besteigen ist deutlich gesunken, aber die letzte Etappe nach Caorle in unser Abschlussquartier lockt. Entlang des Flusses Sile geht es über Roncade nach San Dona di Piave zum Vize-Bürgermeister-Termin.

In Arcade lernen wir zufällig durch eigenmächtige Abkürzung den amtierenden Eiskonditoren-Weltmeister in seinem fahrradfreundlichen Eiscafé kennen und springen schließlich im Hinterland von Caorle zum Sonnenuntergang in den Pool des zweiten Agriturismo. Entspricht weniger dem in Bayern klassischen Urlaub auf dem Bauernhof, sondern mehr der gehobenen Auszeit im kulinarischen Landhotel.

 

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Sightseeing in Venedig

Spannend wird es noch einmal am Abreisetag, als wir nach drei Nächten in Caorle den nächstgelegenen Regionalbahnhof für einen Transfer nach Venedig ansteuern. Aber die italienische Bahn ist besser als ihr Ruf: Mehrsprachige Navigation beim Fahrkartenkauf, EC-Bezahlung, pünktlicher Zug mit extra Radabteil.

Und Gold wert ist der Tipp, nicht in Mestre umzusteigen, wo man nur wenig Zeit hat, sondern nach Sta. Lucia direkt in Venedig zu fahren – dort wird nämlich auch der Zug nach München eingesetzt. Wir haben noch zwei Stunden Zeit und während Michael auf unsere Räder und das Gepäck aufpasst, traben wir auf dem Touristenhauptpfad zur Rialto-Brücke und zum Markusplatz.

 

Prädikat: Sehr empfehlenswert!

Mit frischem Proviant im durchgehenden Zug versorgt, gondeln wir zurück nach München und sind uns sicher: dieser Urlaub war ein unvergessliches Erlebnis und unbedingt zu empfehlen!

 

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