header news1

Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein veröffentlicht: Vom Zuhause auf Zeit zum Ferien-Lifestyle

Donnerstag, 15. September 2016

Das diesjährige Branchenthema des Tourismusbarometers Schleswig-Holstein beschäftigt sich mit dem Ferienwohnungs- und Ferienhausmarkt. Dieses Angebotssegment ist traditionell das Angebotssegment mit dem größten Marktvolumen im Beherbergungssektor Schleswig-Holsteins.
  • dwif: Vom Zuhause auf Zeit zum Ferien-Lifestyle – Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein mit Branchenthema „Ferienwohnungsmarkt“ veröffentlicht (Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de)
    Zukunftsfähigkeit des Ferienwohnungsmarktes in Schleswig-Holstein im Fokus

Unterschiedliche Entwicklungen haben diesen Markt in den letzten Jahren stark verändert. Bauprojekte unterschiedlicher Größenordnung haben eine neue Vielfalt und einen Qualitätsschub ausgelöst. Diese Entwicklung hat einen anhaltenden Nachfrageboom nach Ferienimmobilien als Renditeobjekte in Zeiten niedriger Zinsen befeuert.

Zudem haben Ferienwohnungen in den Städten in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen und die Angebotslandschaft deutlich verändert. Ein stetiger Prozess der Generationsablöse der traditionellen Vermieter bewirkt eine erfreuliche qualitative Verbesserung des Angebotes. In die Jahre gekommene Quartiere werden vom Markt genommen oder an die nächste Generation weitergegeben.

Die größte Veränderungsdynamik spielt sich jedoch im Vertrieb ab. Im Zuge des Verteilungskampfes der Online-Vermittlung und -Buchung von Quartieren ist in relativ kurzer Zeit eine erheblich breitere Vertriebslandschaft entstanden, die derzeit durch internationale Player zusätzlich neue Dimensionen annimmt. Hier müssen sich nicht nur die Anbieter neu orientieren, sondern auch die Tourismusorganisationen auf Orts- und Regionalebene.

Ziel ist es, die Marktausprägungen und deren aktuelle Veränderungen stärker in den Blick zu nehmen. Neben der Erfassung der Strömungen, die nachhaltig auf den Ferienwohnungsmarkt Einfluss ausüben werden, geht es um praxisorientierte Vorschläge zur Begleitung, Gestaltung und strategischen Ausrichtung dieses für Schleswig-Holstein so prägenden Beherbergungssegments.

 

Analyseschwerpunkte: Ferienwohnungs- und Ferienhausmarkt in Schleswig-Holstein

Sparkassen Tourismusbarometer Schleswig-Holstein Ferienwohnungsmarkt

 

Der Ferienwohnungsmarkt (gewerblich und privat) in Schleswig-Holstein stellt für das Jahr 2015

  • dem Markt rund 184.000 Betten zur Verfügung, davon entfallen
  • rund 88.000 Betten auf Betriebe mit zehn und mehr Betten und
  • rund 96.000 Betten auf Privatvermieter (Vermietung von Privatzimmern, Angebote <10 Betten).

Und auch die wirtschaftliche Bedeutung dieses Segments ist enorm: Im Ferienwohnungsmarkt in Schleswig-Holstein werden jährlich Bruttoumsätze von rund 1,58 Milliarden Euro generiert.

Die beiden Entwicklungstreiber, die die letzten Jahre bestimmt haben und in den nächsten Jahren weiterhin für Marktdynamik sorgen werden, sind

  • der anhaltende Nachfrageüberhang im Ferienimmobilienmarkt, insbesondere an den Küsten und auf den Inseln Schleswig-Holsteins sowie
  • die rasante Entwicklung und Veränderung der Vertriebslandschaft hin zum Online-Vertrieb mit einer unübersichtlichen Zahl an Vertriebspartnern und -modellen.

Vorausschauendes, strategisches Handeln ist das Gebot der Stunde, denn diese Entwicklungen dürfen nicht sich selbst überlassen werden. Die folgenden Kernthesen verdeutlichen, welche Bereiche verstärkter Beachtung bedürfen.

 

Kernthesen zur künftigen Steuerung der Entwicklung des Ferienwohnungsmarktes

  • Der Ferienwohnungsmarkt ist das wichtigste Beherbergungssegment im Schleswig-Holstein-Tourismus und muss stärker als Teil des touristischen Gesamtmarktes verstanden werden. Seine Erfassung wird aufgrund sich auflösender Begrifflichkeiten und der Grenzen der statistischen Repräsentanz eine Herausforderung bleiben. Allerdings sollte seine Bedeutung adäquat im strategischen Handeln Berücksichtigung finden.
  • Die Entwicklung hin zu einer Ganzjahresdestination muss vom Ferienwohnungsmarkt aktiv mitgestaltet werden. Hier besteht die Herausforderung darin, eine Saisonverlängerung im gesamten Segment (räumlich und qualitativ) zu erreichen.
  • Der Ferienwohnungsmarkt erfordert ein stetiges Monitoring. Die quantitative Wachstumsphase sollte in eine qualitativ angepasste Form übergehen, entsprechend den Gegebenheiten vor Ort.
  • Insbesondere in den stark dynamischen Tourismusorten der Inseln und der Küsten von Nord- und Ostsee müssen angepasste, den lokalen und regionalen Gegebenheiten entsprechende Lösungen gesucht werden.
  • Auch im Städtetourismus muss der Ferienwohnungsmarkt aktiv gesteuert werden. Ansätze der Sharing Economy können als Bereicherung und Innovation neue Impulse auslösen.
  • Jenseits der Küsten sind entsprechend der örtlichen Gegebenheiten stabilisierende Strukturen zu schaffen. Angepasste Entwicklungen benötigen weiterhin Unterstützung (Regionalmanagement, Aktiv-Regionen).
  • Örtliche Tourismusorganisationen und LTOs müssen weiterhin aktiv Mitgestalter des Ferienwohnungsmarktes bleiben. Neue Aufgaben- und Finanzierungsmodelle sind zu entwickeln.
  • Strategische Partnerschaften für den Online-Vertrieb müssen in Abhängigkeit von der künftigen Marktentwicklung kontinuierlich überprüft werden.

 

Handlungsfelder zur Entwicklung des Ferienwohnungsmarktes

Sparkassen Tourismusbarometer SH Handlungsfelder 2016 dwif

 

 Mehr erfahren

ServiceQualität Deutschland