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dwif und HU Berlin legen Studie zum Tourismuskonzept Berlin 2018+ vor

Freitag, 23. Februar 2018

Mit dem Koalitionsvertrag hat sich die Berliner Landesregierung die Entwicklung eines stadtverträglichen, nachhaltigen und gerechten Berlin-Tourismus zum Ziel gesetzt. Zu diesem Zwecke hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Kooperation mit visitBerlin die Erarbeitung einer Studie als Grundlage für die neue Tourismuskonzeption der Hauptstadt in Auftrag gegeben. Den Zuschlag erhielt die Bietergemeinschaft aus dwif und Humboldt-Innovation GmbH.

Nun liegen die gutachterlichen Empfehlungen vor, die der Berliner Senatsverwaltung als Grundlage für das Tourismuskonzept dienen sollen.

Tourismuskonzept Berlin Studie dwif HU 2017 Abb 1Die Tourismusentwicklung von Berlin seit 1990 ist eine Erfolgsgeschichte. Die deutsche Hauptstadt hat sich zu einer der Top-Reiseziele im internationalen Städtetourismus entwickelt. Mit 11,6 Mrd. Euro Umsatz und rechnerisch 235.000 Vollzeitarbeitsplätzen gehört der Tourismus damit längst zu den tragenden Wirtschaftssektoren der Stadt (News 16. August 2017 "Wirtschaftsfaktor Tourismus Berlin: Gäste geben mehr Geld in der Stadt aus").

Allerdings deuten die jüngsten Entwicklungen darauf hin, dass weitere Nachfragesteigerungen in der Größenordnung vergangener Jahre künftig weder selbstverständlich noch erstrebenswert sind.

Zudem ist das touristische Geschehen in Berlin inzwischen so prägend für Stadtbild und Stadtkultur, dass der Tourismus zudem eine strategische Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Stadt und die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner erreicht hat.

 

Analysen spiegeln breites Stimmungsbild der Stadtgesellschaft wider

Auch die umfassende analytische Bestandsaufnahme der Gegenwart zeigt, dass der Fokus in den nächsten Jahren deutlich stärker als bisher auf der Gestaltung einer für alle Nutzerinnen und Nutzer des Berliner Stadtraums verträglichen Tourismusentwicklung liegen muss.

Sie beruht zum einen auf quantitativen Daten zur Situation des Berlin-Tourismus heute, zum anderen auf einem breiten Stimmungsbild der Stadtgesellschaft, das durch dwif und Humboldt-Innovation GmbH (HU) in zahlreichen Interviews, Pilotstudien, Medienanalysen und Gesprächsrunden von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren eingefangen wurde.

Die Anzeichen, dass sich Berlin neuen Herausforderungen in der Tourismuspolitik stellen muss, sind nicht länger von der Hand zu weisen. So wurde auch die Genese touristischer Erlebnisorte im Rahmen einer Pilotuntersuchung an vier Beispielen exklusiv für die Studie untersucht. Die Ergebnisse sind im dwif-HU-Gutachten dokumentiert.

 

Im Fokus: Stadtverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit

Tourismuskonzept Berlin Studie dwif HU 2017 Abb 2Die Empfehlungen von dwif und HU nehmen daher eine deutliche Perspektiverweiterung vor. Im Mittelpunkt der neuen Konzeption sollten nicht klassische Marketingthemen stehen, sondern die Erfordernisse und Aufgaben für eine stadtverträgliche, nachhaltige und gerechte Tourismusentwicklung, wie sie bereits in der Koalitionsvereinbarung der Regierungsparteien für die Legislaturperiode 2016-2021 festgehalten ist.

 

Ziele sind ein Interessensausgleich zwischen den Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbetreibenden und Besucherinnen und Besuchern, eine stärkere räumliche Verteilung der Besucherströme im Stadtgebiet sowie der Erhalt der Vielfalt in den Stadtteilen und Kiezen. Wichtig ist dabei die differenzierte Betrachtung der sehr individuellen Bedarfe in den 12 Berliner Bezirken sowie deren feingliedriger Kiezstruktur. Ganz nach dem Leitmotto der Studie: „12 mal Berlin | er | Leben“.

In einem fünfmonatigen Prozess haben dwif und HU gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und visitBerlin Ziele, Leitlinien und Handlungsfelder für einen stadtverträglichen, nachhaltigen Berlin-Tourismus definiert, die die Grundpfeiler der Studie: „12 mal Berlin | er | Leben“ bilden. Diese wurde der Senatsverwaltung nun zur Weiterarbeit vorgelegt und für alle Akteure einsehbar auf der Website von visitBerlin veröffentlicht. Darin sind die Analysen und gutachterlichen Empfehlungen auf knapp 80 Seiten zusammengefasst.

 

Annäherung an KPIs für einen stadtverträglichen Tourismus

Tourismuskonzept Berlin Studie dwif HU 2017 Abb 3

 

Umsetzungserfolg stark abhängig vom Mut aller Akteure für einen Perspektivwechsel

Daraus erarbeitet die Stadt derzeit das Tourismuskonzept Berlin 2018+, das in einer vorläufigen Version bereits im Januar 2018 in die Senatsabstimmung gegeben wurde. Nach weiteren Abstimmungsrunden soll das abschließende Tourismuskonzept Berlin 2018+ der Senatsverwaltung, das die Studie: „12 mal Berlin | er | Leben“ von dwif und HU nur in Teilen aufgreift, im Frühjahr veröffentlicht werden.

Wir danken der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie visitBerlin für die konstruktive und spannende Zusammenarbeit.

Der Umsetzungserfolg – und damit auch der weitere Erfolg des Berlin-Tourismus – wird stark davon abhängen, Tourismus künftig neu und anders zu denken als bisher. Das erfordert den Mut und die Konsequenz aller Beteiligten, die gemeinsam beschlossene Zielsetzung in die Realität umzusetzen. Die empfohlene Neuausrichtung der Tourismuspolitik wäre hierzu ein großer, aber wichtiger erster Schritt.

 

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Tourismuskonzept Berlin Studie dwif HU 2017 CoverDownload Studie: „12 mal Berlin | er | Leben“

 

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