Diese Website nutzt Cookies für die Authentifizierung, Navigation und weitere Funktionen

Mit der weiteren Nutzung der Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen zu Cookies und deren Handhabung finden Sie in der Datenschutzerklärung

Ich habe verstanden
header news1

Tourismusmobilität im Wandel – dwif-Studie zum Ausflugs- und Mobilitätsverhalten der Berliner nach Brandenburg veröffentlicht

Freitag, 20. März 2015

Fest steht: Berlin ist der Hauptquellmarkt für das Reiseland Brandenburg. Nur, wie reisen Berliner nach Brandenburg? Welche Verkehrsmittel nutzen Sie? Und wie können noch mehr Hauptstädter für den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel im Rahmen eines Ausfluges nach Brandenburg gewonnen werden?

Diesen und vielen weiteren Fragen rund um das Ausflugs- und Mobilitätsverhalten der Berliner Bevölkerung ins Nachbarbundesland widmete sich das dwif in einer aktuellen Studie im Auftrag der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und den brandenburgischen Industrie- und Handelskammern.

Aufschluss über die nachfrageseitigen Verhaltensmuster und Bedürfnisse gaben eine Sonderauswertung der dwif-Tagesreisenstudie sowie eine telefonische Befragung von Berliner Haushalten im Herbst 2014.

 

Zentrale Erkenntnisse

Mobilitaet Brandenburg Urlaubsverkehr dwifDas Potenzial für eine alternative  Tourismusobilität im Reiseland Brandenburg ist gerade für den ÖPNV-affinen Quellmarkt Berlin enorm. Dennoch greifen selbst Hauptstädter, die im Alltag meist öffentliche Verkehrsmittel nutzen, für eine Brandenburg-Reise häufig auf das Auto zurück.

Zum einen, weil fehlende Flexibilität und lange Fahrtzeiten befürchtet werden. Zum anderen, weil das gute öffentliche Verkehrsnetz und die weiteren Mobilitätsangebote in Berlin, an die die Einwohner gewöhnt sind, als Maßstab angesetzt werden.

Allerdings hebt sich das Reiseland Brandenburg deutlich von vielen Mitbewerbern ab: Der ÖPNV-Anteil am touristischen Modal Split ist höher als in anderen Bundesländern. Zudem zeigt sich eine starke intermodale Nutzung verschiedenster Verkehrsmittel. Gäste, die für Anreise und Fortbewegung vor Ort sowohl den PKW als auch den ÖPNV nutzen, stellen einen erheblichen Anteil unter den Berliner Gästen in Brandenburg.

Und selbst überzeugte Autofahrer, die sich vehement gegen öffentliche Verkehrsmittel aussprechen, sind für alternative Mobilitätsangebote wie dem Fahrrad oder der Elektromobilität besonders vor Ort durchaus aufgeschlossen. Für alternative Mobilitätsangebote zeigt sich zudem eine realistische Zahlungsbereitschaft, die Komfort und Flexibilität durchaus mit Mehrpreisbereitschaft entlohnt. Auch ein gewisser „Innovations"-Aufschlag bei neuartigen Angeboten/Technologien ist zu erkennen.

Ergänzend zur Nachfragesituation lotete das dwif den angebotsseitigen Status Quo in Brandenburg aus und kontaktierte zahlreiche Experten aus Tourismus und Verkehr.

 

Der ÖPNV ist besser ist als sein Ruf

Mobilitaet Brandenburg Erreichbarkeit dwifHier zeigte sich, dass der ÖPNV besser ist als sein Ruf: Fast alle wichtigen Brandenburger Tourismusorte sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Berlin erreichbar. Teilweise ist der Gast mit Bus und Bahn sogar schneller am Ziel als mit dem PKW. Vor allem der Norden ist hier sehr gut aufgestellt, während der Süden des Landes deutlich schneller mit dem Auto als mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Allerdings ist das bei den Gästen noch nicht angekommen: Die ÖPNV Fahrtzeiten werden von den Gästen vielfach deutlich länger eingeschätzt.

Ausbaufähig ist vielerorts vor allem die Zielgruppenorientierung und Vernetzung der Mobilitätsangebote und damit die Sicherstellung einer komfortablen Überwindung der „letzen Meile". Das betrifft sowohl die gästeorientierte Streckenführung und Taktung von öffentlichen Verkehren als auch die Etablierung alternativer Mobilitätsformen wie Radverleihnetzwerke oder Carsharing-Systeme.

Hier sind neben den öffentliche Tourismusorganisationen und Verkehrsträgern auch die privatwirtschaftlichen Akteure der Branche gefragt. Die Vermarktung der Mobilitätsangebote beschränkt sich in der Regel auf klassische Medien und Kanäle (Printflyer, Anreisebutton/-info auf der Homepage) und schöpft damit die bereits vorhandenen technischen Möglichkeiten bei weitem nicht aus.

Mobilitaet Brandenburg Hebel dwifEine Bündelung der Informationen an zentraler Stelle findet nur in Ansätzen statt.

Um die Tourismusmobilität abseits des motorisierten Individualverkehrs künftig noch stärker zu fördern und auch Gästegruppen für den Öffentlichen Verkehr zu gewinnen, die bislang mit eigenem PKW nach Brandenburg gereist sind, müssen sich alle Akteure künftig stärker als Mobilitätsdienstleister für die Gäste verstehen.

 

 Ansatzpunkte sieht das dwif dafür vor allem in drei Bereichen:

  • Optimierung, Ergänzung und Vernetzung der touristischen Mobilitätsangebote
  • gezieltes Urlauber- und Ausflüglermarketing, das die ÖV-Nutzung und Informationen über Mobilitätsketten in den Mittelpunkt stellt
  • verbesserte Zusammenarbeit zwischen Touristikern und Verkehrsträgern auf allen Ebenen als wichtige Basis für die beiden vorgenannten Handlungsbereiche
 Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick (Pressemitteilung der Tourismus Marketing Brandenburg GmbH vom 06.03.15)

Download der Studie Ausflugs- und Mobilitätsverhalten der Berliner Bevölkerung im Freizeit- und Urlaubsverkehr im Land Brandenburg
ServiceQualität Deutschland