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Deutscher Ferienhaustourismus generiert 8 Mrd. Euro Bruttoumsatz – zwei Drittel davon im privaten Ferienhausmarkt

Mittwoch, 10. Juni 2015

Das dwif hat im Auftrag von FeWo-direkt eine Studie zum Volumen und zur ökonomischen Bedeutung des Ferienhausmarktes in Deutschland erstellt. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Mit rund 103 Millionen Übernachtungen pro Jahr ist der deutsche Ferienhausmarkt drei Mal größer als bislang angenommen und generiert einen jährlichen Bruttoumsatz von knapp acht Milliarden Euro.

In Deutschland bieten sowohl private als auch gewerbliche Anbieter ihre Ferienimmobilien als Ferienunterkünfte an. Bis dato erfasst die amtliche Beherbergungsstatistik jedoch lediglich gewerbliche Ferienhäuser und -wohnungen, die über mindestens zehn Schlafgelegenheiten verfügen.

Kleinere privat vermietete Quartiere berücksichtigt die Statistik nicht, obwohl diese mit rund 71 Millionen doppelt so hohe Übernachtungszahlen pro Jahr aufweisen wie der gewerbliche Ferienhausmarkt mit 32 Millionen.


70 Prozent des Bruttoumsatzes werden im privaten Ferienhausmarkt erzielt

Ferienhausmieter haben neben den Kosten für die Anmietung noch eine Vielzahl weiterer Aufwendungen im Urlaub. Pro Tag geben sie pro Person im Durchschnitt 77,30 Euro aus. Neben den Ausgaben für Einkäufe oder Freizeitaktivitäten investieren die Urlauber ihr Budget vor allem in Lebensmittel, Restaurantbesuche und in die Freizeitwirtschaft.

Diese direkten Gäste-Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung, Einkäufe und Inanspruchnahme von Dienstleistungen aus Freizeit, Kultur und Mobilität generieren einen Bruttoumsatz von rund acht Milliarden Euro im Jahr. 70 Prozent davon (5,6 Milliarden Euro) werden alleine durch den privaten Ferienimmobilienmarkt erwirtschaftet. Urlaubs-Aufenthalte in gewerblichen Ferienhäusern erzeugen hingegen einen Bruttoumsatz von nur 2,4 Milliarden Euro.


Nicht nur Selbstversorger – Gastronomie profitiert mit zwei Milliarden Euro von den Ausgaben der Ferienhausurlauber

Ferienhaustourismus Abb2 dwifRund ein Drittel der Gästeausgaben (38 Prozent) entfallen auf den eigentlichen Unterkunftssektor. Knapp zwei Drittel der touristischen Ausgaben (62 Prozent) fließen dagegen direkt in andere Wirtschaftszweige wie Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungsangebote vor Ort, wovon die Gastronomie mit rund zwei Milliarden Euro (25 Prozent) am stärksten profitiert.

 

Umsätze der Ferienhausgäste sorgen für vier Milliarden Euro Einkommen

Aus den Umsätzen der Ferienhausgäste resultieren direkte und indirekte Einkommen in Höhe von vier Milliarden Euro pro Jahr, was einem Beschäftigungsäquivalent von rund 150.000 Arbeitsplätzen entspricht. Auf die direkt vom Tourismus profitierenden Branchen entfallen rund 2,6 Milliarden Euro.

Hierzu zählen z.B. Restaurants, Einzelhandel, Transportunternehmen, lokale Produzenten und spezielle Dienstleister wie Anbieter von Wellnessleistungen. Indirekt vom Ferienhaustourismus profitieren mit einem Einkommen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro die Beschäftigten, die Vorleistungen für touristische Leistungen erbringen, z.B. Zuliefererbetriebe für Gastronomie und Einzelhandel, das Baugewerbe oder Finanzdienstleister.

 

Fiskus verdient 730 Millionen Euro durch vermietete Feriendomizile

Die Steuerrelevanz des Ferienhausmarktes für die Staatskasse ist nicht unerheblich. Das Umsatzsteueraufkommen durch die Gästeausgaben beträgt nach Abzug der Vorsteuer 208,7 Millionen Euro. Zusammen mit der entstehenden Lohn- und Einkommensteuer im Ferienhaustourismus in Höhe 523,5 Millionen Euro fließen der Finanzverwaltung rund 732 Millionen Euro jährlich zu, die im Rahmen des Finanzausgleiches an Bund, Länder und Kommunen verteilt werden.

 

Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erzielen die Hälfte des Bruttoumsatzes im privaten Ferienhausmarkt

Ferienhaustourismus Abb3 dwifRund 70 Prozent des gesamten Angebotsvolumens im privaten Ferienhausmarkt erstreckt sich auf die bei Urlaubern beliebte Küstenbundesländer, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie die Alpenanrainer Bayern und Baden-Württemberg.

Bayern liegt insbesondere bei den Übernachtungen vorn: Ein Fünftel (20,1 Prozent) aller Übernachtungen in privaten Feriendomizilen findet in dem Bundesland statt, jede zweite Übernachtung (48,8 Prozent) dagegen entweder in Bayern, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein.

Diese Gewichtung setzt sich auch bei der Verteilung der erwirtschafteten Bruttoumsätze im privaten Ferienhausmarkt fort: Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein erzielen hier knapp die Hälfte (49,0 Prozent). In Bayern beträgt der Bruttoumsatz durch die Ausgaben der Ferienhausurlauber knapp 1,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Mehr erfahren

Download dwif-Studie "Der Ferienhausmarkt in Deutschland – Volumen und ökonomische Bedeutung" 

 

Impressionen

Wirtschaftsfaktor Ferienhaustourismus pressekonferenz dwif

Pressekonferenz 10. Juni 2015 mit Dr. Mathias Feige

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