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Wirtschaftsfaktor Tourismus Sauerland: Umsatz von 1,7 Milliarden Euro

Dienstag, 03. Februar 2015

Das Sauerland ist als Tourismusdestination eine ganz große Nummer. Das belegt die neueste Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Untersuchung des dwif im Auftrag des Sauerland-Tourismus e. V.
  • dwif: Wirtschaftsfaktor Tourismus Sauerland sorgt für einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro
    Sauerland-Tourismus e. V.; Fotograf Sabrina Voss

Nicht ohne Grund hat der Tourismusverband eine Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Studie bestellt. „Das Sauerland ist das zweitstärkste deutsche Mittelgebirge nach dem Schwarzwald. Aber das ist nicht jedem bewusst", so Thomas Weber, Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus e. V. „Wir mussten einmal erheben und darstellen, was der Tourismus für die Region wirklich bringt, denn die vielen Effekte, die von verschiedenen Faktoren bestimmt werden, verlaufen sich optisch in einer rund 5.000 Quadratkilometer großen Region."

 

Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Studie ermittelt relevante Faktoren und Effekte 

Thomas-Weber SauerlandWeber: „Unsere Branche ist kleinteilig und setzt sich aus Tausenden von Gastgebern zusammen. Dank der Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Studie zeigt sich, was die Branche gebündelt volkswirtschaftlich bringt."

Die Zahlen sind beeindruckend: Mehr als 9 Millionen Übernachtungen erfasst die Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Studie sauerlandweit für das Jahr 2013.

  • Darauf entfallen rund 7,4 Millionen auf die Gastgeber mit mehr 10 Betten, die in den offiziellen Beherbergungsstatistiken der Landesämter erfasst sind.
  • Hinzu kommen die Übernachtungen bei Privatvermietern und im Sektor Dauercamping aus eigenen Erhebungen und Berechnungen des dwif.

„In diesen beeindruckenden Zahlen ist der sogenannte ‚Sofa-Tourismus', das heißt die Übernachtungen von Bekannten und Verwandten in den Wohnungen der Sauerländer, noch gar nicht enthalten", kommentiert Dr. Manfred Zeiner diese Ergebnisse. „Würde man diese noch hinzuzählen, so wäre die 10-Millionen-Marke sicherlich geknackt."

 

Über 36 Millionen Tagesbesucher strömen in das Sauerland

Als Freizeitregion mit vielen abwechslungsreichen Ausflugszielen punktet das Sauerland durch seine Nähe zu den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr. Schnell mal raus aus der Stadt und ab ins Grüne – das ist nicht nur Wunsch der potenziellen Gäste in diesem Markt, sondern wird jedes Jahr millionenfach in die Tat umgesetzt.

36,3 Millionen Tagesbesucher berechnet die Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Untersuchung. Es sind Menschen, die eine Radtour an Flüssen oder durch Wälder unternehmen, zu einer Tageswanderung auf den Wanderrouten anreisen, Freunde oder Verwandte besuchen oder einen Geschäftstermin im Sauerland wahrnehmen.

So vielfältig der Anlass für einen Besuch in der Region ist, so handfest der Profit daraus: „Jeder Tagesgast spült im Durchschnitt rund 23,50 Euro in die Kassen der Sauerländer Wirtschaft", ermittelt das dwif. Übernachtungsgäste geben im Durchschnitt gar ca. 105 Euro pro Kopf und Tag aus. In der Summe erreichen die Umsätze aus diesen Gästeausgaben fast 1,7 Milliarden Euro.

Thomas Weber begründet, warum diese Zahlen so wichtig für die heimische Tourismusbranche sind: „Gerade die Bedeutung der Tagesausflüge und ihr bisher kaum erhobener Ertrag werden oft unterschätzt. Das macht diese Untersuchung für uns so spannend. Was hier festgehalten ist, spricht für die ungebrochene Reise- und Entdeckerlust im Nahbereich." Was im Sauerland offenbar gut laufe, sei auch der Heimattourismus. Mitbürger sind zugleich als Touristen im eigenen Land unterwegs und lassen die Kassen zusätzlich klingeln.



Direkte und „heimliche" Profiteure

dwif-Studie Wirtschaftsfaktor Tourismus SauerlandZahlreiche Branchen profitieren laut Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Untersuchung von den Touristen im Sauerland.

  • Das Gastgewerbe profitiert mit 48 Prozent am stärksten.
  • 32 Prozent der Umsätze werden im Einzelhandel erzielt. Jeder Tagesgast gibt rund 11 Euro in den Geschäften aus, jeder Übernachtungsgast etwa 15 Euro. Dabei entfällt der kleinste Teil auf Lebensmittel, vielmehr kommen Kaufhäuser, Fachgeschäfte und Anbieter regionaler Spezialitäten hier zum Zuge.
  • 334,2 Millionen Euro – das sind rund 20 Prozent der Umsätze – flossen 2013 ins Dienstleistungsgewerbe, denn die Gäste besuchen Ausflugsziele, erleben Kultur- und Sportangebote, nehmen an Stadtführungen teil.

Darüber hinaus beschäftigt sich die Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Untersuchung auch mit den „heimlichen Profiteuren" des Tourismus, also jenen Branchen, die in einer zweiten Stufe von den Ausgaben und Investitionen, die für und rund um die Gästebetreuung getätigt werden.

Von den Betrieben in der Region, die in direktem Kontakt mit den Touristen ihre Geschäfte machen, werden Aufträge von insgesamt mehr als 1 Milliarde Euro an so genannte indirekte Profiteure vergeben. Das seien beispielsweise Bäcker, Metzger und Brauereien, die die Betriebe mit Nahrungsmitteln und Getränken versorgen, aber auch Handwerker, Bauunternehmer, Energieversorger oder gar Werbeagenturen, Steuerberater, Banken und Versicherungen.

 

Wie weit reicht dieser positive Effekt, den die Tourismusbranche für die Region hat?

Die Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Untersuchung enthält auch Aussagen zur Wertschöpfung für das Sauerland.

  • Pro Jahr erwirtschaftet der Tourismus rund 807 Millionen Euro Primäreinkommen im Sauerland – und schafft damit eine erhebliche Zahl an Arbeitsplätzen.
  • Rein rechnerisch reicht diese Summe dazu, dass rund 30.850 Personen ein durchschnittliches Gehalt aus dieser Branche beziehen.
  • Doch auch die öffentliche Hand kann in Sachen Tourismus aus dem Vollen schöpfen: 2013 beliefen sich ihre Einnahmen aus Umsatz- und Einkommenssteuer auf mehr als 162 Millionen Euro.

Für Weber ist das eine wesentliche Erkenntnis, schließlich hat die Region in den vergangenen Jahren stark davon profitiert, dass vielerorts auch mit öffentlichen Förderungen Lebens- und Freizeiträume neu- und umgestaltet wurden. „Tourismus wie wir ihn heute verstehen, ist genau das, was gleichzeitig die Lebensqualität für die Mitbürger erheblich stärkt. Die Wirtschaftsfaktor-Tourismus-Untersuchung beweist, dass die öffentlich investierten Mittel gut angelegt sind!", fasst er zusammen.

Pressemeldung Südwestfalen Nachrichten (29. Januar 2015)


Haben auch Sie Interesse an Ergebnissen zur ökonomischen Bedeutung des Tourismus für Ihre Stadt oder Ihre Region?

Mehr Informationen zu unseren Berechnungen können Sie in unserem Flyer „Wirtschaftsfaktor Tourismus" nachlesen.
Am besten, Sie wenden sich direkt an uns, dann können Ihnen die erfahrenen Mitarbeiter des dwif ganz individuell weiterhelfen.

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