Landtourismus in Ostdeutschland

Bearbeitungszeitraum: 2009-2010 (Schwerpunktthema 2010 des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland)

Auftraggeber: Ostdeutscher Sparkassenverband (OSV)

Inhalte waren die Definition und Abgrenzung des Begriffs Landtourismus, das Aufzeigen von Marktstrukturen (Angebot und Nachfrage), die Herausarbeitung von Besonderheiten im Landtourismus in Ostdeutschland sowie von Trends, Investitionen und Geschäftspotenzialen. Ein Sieben-Punkte-Programm gibt Empfehlungen in den Bereichen Qualität, Marketing, Vertrieb und Organisationsstrukturen.

Der Landtourismus gehört zu den jüngsten Tourismussegmenten in Ostdeutschland. Die Unterschiede zwischen Ost und West liegen historisch bedingt vor allem in den sehr unterschiedlichen Agrarstrukturen begründet. Jedoch ist seit 1990 zwischen Rügen und dem Vogtland ein facettenreiches Segment mit vielfältigen landtouristischen Angeboten entstanden.

Für die inhaltliche Bearbeitung dieses Themas wurden umfangreiche Daten und Trends recherchiert und Sonderauswertungen z. B. des Qualitätsmonitors Deutschland-Tourismus, vorgenommen. Expertengespräche mit den Vertretern der verschiedenen Landtourismusorganisationen und eine umfassende Befragung der Betriebe im Landtourismus standen im Zentrum der Arbeiten.

 

Zentrale Ergebnisse

  • Zwar ist der klassische Bauernhofurlaub in Ostdeutschland eine Nische, der Tourismus im ländlichen Raum, jedoch von hoher Bedeutung und wichtiger als im Westen Deutschlands. Mit jährlich rund 15 Millionen Übernachtungen entspricht er in etwa dem Nachfrageumfang des ostdeutschen Städtetourismus.
  • Die Nachfragetrends, die Kreativität der Anbieter, aber auch deren positive wirtschaftliche Entwicklung und Investitionsabsichten bedeuten gute Entwicklungschancen für den Landtourismus. Diese setzen voraus, dass die Rahmenbedingungen für die kleinteilig strukturierte Branche verbessert werden. Angesichts großer struktureller Probleme ländlicher Regionen und gravierender Konsequenzen aus dem demografischen Wandel wird die Entwicklung daher auch in besonderem Maße von politischen Prioritäten abhängen.
  • Zentrale Ansatzpunkte sind die verstärkte Aussendung von Qualitätssignalen, die bewusst ländlich-authentische Gestaltung der Anbieter, der Einsatz regionaler Produkte in allen Bereichen des ländlichen Tourismus sowie die nachhaltige Sicherung und Entwicklung tourismusrelevanter Infrastrukturen im ländlichen Raum.
  • Statt der Vermarktung eines allgemeinen Landurlaubs ist ein differenziertes Zielgruppenmarketing gefragt. Kooperationen zwischen den (oft kleinen) Anbietern, aber auch mit der Ernährungswirtschaft, anderen Tourismusbetrieben und Branchen müssen verstärkt werden. Zudem muss die Arbeitsteilung zwischen den Organisationen und Institutionen für die Betreuung der Betriebe und im Marketing präzisiert werden.

 

Angebotsformen: Tourismus im ländlichen Raum – Landtourismus – Agrartourismus

Angebotsformen: Tourismus im ländlichen Raum – Landtourismus – Agrartourismus

 

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