60 % der Gastgewerbe-Betriebe in NRW befürchten Insolvenz

Eine Blitzumfrage der IHKn in Nordrhein-Westfalen Mitte April 2020 zeigt, wie stark die einzelnen Branchen im Bundesland von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind. Teilgenommen haben über 3.200 Unternehmen, davon 600 aus den Branchen Reisegewerbe, Gastgewerbe und Einzelhandel.

dwif Zahl der Woche: 60 % der Gastgewerbe-Betriebe in NRW befürchten Insolvenz (Bild: freepik)

Corona als Existenzbedrohung für die Tourismuswirtschaft

Die Auswirkungen der Corona-Krise setzen Betrieben deutschland- und weltweit stark zu. Nahezu in allen Branchen leiden die Betriebe unter Umsatzverlusten, Liquiditätsengpässen und Existenzangst. 24 Prozent aller Betriebe in Nordrhein-Westfalen befürchten, dass sie dieses Jahr Insolvenz anmelden müssen, sollte es keine weiteren unterstützenden Maßnahmen geben.

Besonders stark betroffen ist die Tourismuswirtschaft. 60 Prozent der Betriebe im Gastgewerbe und rund drei Viertel der Betriebe im Reisegewerbe stimmen dem zu. Durch die vergleichsweise niedrigen Eigenkapitalquoten verfügen die meisten gastgewerblichen Betriebe über wenig Reserven, eine derartige Krise länger durchzustehen.

Auch die Umsatzrückgänge im Gesamtjahr wurden von den teilnehmenden Unternehmen eingeschätzt. 10 Prozent aller Betriebe befürchten, dass ihr Umsatz um mehr als die Hälfte einbrechen wird, ein weiteres Drittel geht von einem Umsatzrückgang von 25 bis 50 Prozent aus. Im Reisegewerbe schätzen sogar knapp 70 Prozent, dass sich ihr Umsatz mehr als halbieren wird. Quelle www.ihk-nrw.de

 

ZDW dwif IHK Coronabefragung NRW

 

Unabhängig von der aktuellen Situation kämpfen viele gastgewerbliche Betriebe auch in Normaljahren gerade im 1. Quartal mit Liquiditätsengpässen, da die Monate Januar bis März erfahrungsgemäß zu den umsatzschwächeren des Geschäftsjahres gehören. Ein Blick in die Umsatzsteuerstatistik für Nordrhein-Westfalen zeigt, wie kleinteilig das Hotel- und Gaststättengewerbe geprägt ist. 86 Prozent der Betriebe haben einen Jahresumsatz von unter 500.000 Euro, bei 4 von 10 Betrieben beträgt dieser sogar weniger als 100.000 Euro. Einem durchschnittlichen Betrieb im deutschen Hotel- und Gaststättengewerbe stehen lediglich knapp 56.000 Euro an Cash-Flow zur Verfügung, um sich selbst zu finanzieren, auch ohne eine Corona-Krise und damit einhergehende Umsatzeinbußen. Die Investitionsquoten sind eher niedrig und die aktuellen Entwicklungen lassen zusätzlich die Befürchtung zu, dass viele Betriebe ihre Investitionen bis auf Weiteres zurückstellen.

 

Unterstützung von außen wichtig

Aufgrund des Zusammenspiels aller dieser Fakten ist es für Betriebe im Gastgewerbe wichtig, eine schnelle Unterstützung von außen zu bekommen. Staatliche Hilfsmaßnahmen in Form von Kurzarbeitergeld, Kapitalzuflüssen, Kostenentlastungen, Steuererleichterungen, Bürgschaften etc. sollten schnell und unbürokratisch verfügbar sein. Die Betriebe sollten darüber hinaus Maßnahmen zur Mitarbeiter*innen-Bindung ergreifen(Weiter- und Ausbildung, E-Learning), unternehmensintern Fixkosten wo möglich senken, Betriebsabläufe für die Zeit nach der Krise optimieren, (Basis)Instandhaltungsmaßnahmen vornehmen und Kommunikation mit Kund*innen und Partner*innen aufrechterhalten.

 

Wiederanlaufen des Betriebs will geplant sein

Nach Beendigung des Lockdowns benötigen die Betriebe unterschiedlichen Vorlauf, um wieder zum normalen Betrieb zurückzukehren. Während im Reisegewerbe 39 Prozent der Betriebe und im Einzelhandel 50 Prozent keinen Vorlauf benötigen, sieht es in der Gastronomie anders aus. Hier brauchen 43 Prozent einen Vorlauf von etwa einer Woche, um ihren Betrieb wieder zum Laufen zu bringen. Quelle www.ihk-nrw.de

 

Mehr Informationen im Living Paper des Tourismus NRW e.V.

Corona Spezial TVNRW Cover Weitere Informationen zur Auswirkung der Corona-Krise auf den Tourismus in Nordrhein-Westfalen lesen Sie im Living Paper des Tourismus NRW e.V. Hier finden sich neben Zahlen und Prognosen auch Handlungsempfehlungen, wie sich Akteur*innen auf die Zeit nach der Krise vorbereiten können.

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