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dwif-Corona-Kompass: Bis zu 70 Prozent weniger Tagesreisen der Deutschen im März 2020

Montag, 11. Mai 2020

Die aktuellen Ergebnisse des dwif-Tagesreisenmonitors im Rahmen des Corona-Kompass zeigen eindrucksvoll, welche Auswirkungen die deutschlandweit verhängten Ausgangsbeschränkungen auf den Tagestourismus in Deutschland haben. Das für den Deutschland-Tourismus so wichtige Segment ist im März 2020 um bis zu 70 Prozent eingebrochen.

dwif-Corona-Kompass: 24 Mrd. Euro Umsatzverlust in den Destinationen in Deutschland in den Monaten März/April 2020 (Bild: freepik)

Im dwif-Tagesreisenmonitor erheben wir kontinuierlich Marktdaten zum Tagestourismus über ein deutschlandweites Online-Panel. Jährlich erhalten wir so Einblicke zum Tagesreiseverhalten (Tagesausflüge und Tagesgeschäftsreisen) aus rund 15.600 Interviews mit Deutschen zwischen 14 und 75 Jahren.

Inzwischen liegen uns aktuelle Zahlen zum Tagesreiseverhalten der Deutschen für den März 2020 vor und damit auch für die erste Phase der deutschlandweit verhängten Ausgangsbeschränkungen. Die Ergebnisse des dwif-Tagesreisenmonitors zeigen eindrucksvoll, wie sich das Tagesausflugsverhalten im März 2020 wöchentlich verändert hat:

  • 1. Märzwoche: Rückläufiges Tagesausflugsvolumen, aber deutlich überdurchschnittliches Ausgabeverhalten (insbesondere Shoppingausgaben).
  • 2. Märzwoche: Stark rückläufiges Tagesausflugsvolumen, weiterhin deutlich überdurchschnittliches Ausgabeverhalten (insbesondere Shoppingausgaben).
  • 3. Märzwoche: Deutlich reduziertes Tagesausflugsvolumen, deutlich unterdurchschnittliches Ausgabeverhalten (alle Ausgabenarten betreffend).
  • 4. Märzwoche: Tagesausflüge finden zwar in einigen Segmenten noch statt, das Volumen hat sich jedoch um ca. 70 Prozent reduziert. Die Ausgaben sind eingebrochen.

 

dwif-Tagesreisenmonitor März 2020 – Blick in die Details

AUSGABEN: Die Ergebnisse zeigen, dass neben den „berühmt berüchtigten“ Hamsterkäufen in der ersten Märzhälfte auch überdurchschnittlich viel für Dinge des nichttäglichen Bedarfs ausgegeben wurde.

AKTIVITÄTEN: Die Ausgangsbeschränkungen und Schließungen der Freizeiteinrichtungen und Einzelhandelsgeschäfte des nichttäglichen Bedarfs sowie Absagen jeglicher Veranstaltungen hatten zur Folge, dass sich das Aktivitätenspektrum der verbliebenen Tagesausflüge deutlich verändert hat. Zu berücksichtigen ist, dass bei all den beschriebenen Verschiebungen im Aktivitätenspektrum eines Tagesausflugs, die absolute Anzahl der Tagesausflüge stark gesunken ist.

  • Gastronomiebesuche sind mangels Möglichkeit in den letzten beiden Märzwochen eingebrochen.
  • Die klassische „Spazierfahrt“ erlebte eine beeindruckende Renaissance.
  • Nach einem Shoppingboom zu Beginn des Monats März kam dieser durch die Schließung der Geschäfte jäh zum Erliegen.
  • Da eine Vielzahl der Veranstaltungen schon etwas früher als die Geschäftsschließungen abgesagt wurde, hatte diese Ausflugsaktivität fast nur noch in der ersten Märzwoche eine Bedeutung.
  • Dass dennoch Tagesauflüge durchgeführt wurden, liegt sehr stark daran, dass jegliche Art von Aufenthalten in der Landschaft und der Natur (Spazieren, Wandern, Radfahren) in ihren Anteilswerten stark gestiegen sind.
  • Der Verwandten- und Bekanntenbesuch hat relativ gesehen an Bedeutung zugenommen.

DISTANZ: Mit jeder Märzwoche hat sich die durchschnittlich zurückgelegte Distanz der Tagesausflüge reduziert und betrug in der letzten Woche fast nur noch die Hälfte eines sonst üblichen Ausflugs (52 Km einfache Wegstrecke in "Normaljahren"). Zudem ist zu vermuten, dass viele Freizeitaktivitäten (Spaziergänge, kurze Radrunden und -touren) nur noch im nahen Wohnumfeld stattgefunden haben.

TAGESGESCHÄFTSREISEN: Natürlich waren auch die Anzahl der Tagesgeschäftsreisen sowie die dabei getätigten Ausgaben im Verlauf des März von Woche zu Woche rückläufig und hatten Ende März ein kaum noch „messbares“ Niveau erreicht.

 

dwif-Tagesreisenmonitor Sonderfragen in Zeiten von Corona

In den letzten drei Märzwochen haben wir Corona-Sonderfragen in den dwif-Tagesreisenmonitor integriert, deren Ergebnisse die beschriebene Verhaltensänderungen sehr plausibel erklären. Dargestellt sind die aggregierten Ergebnisse aus den letzten drei Märzwochen. Die Antwortvorgaben wurden noch vor der Bekanntgabe der Ausgangsbeschränkungen formuliert.

 

dwif Corona Tagesreisenmonitor I

dwif Corona Tagesreisenmonitor II

dwif Corona Tagesreisenmonitor III

 

Tagesreisen: Milliardengeschäft und epidemiologische Herausforderung

Tagesreisen sind ein Milliardengeschäft für die Tourismusbranche in Deutschland und zugleich eine epidemiologische Herausforderung. Die Menschen wollen raus – auch oder gerade in Zeiten mit Ausgangsbeschränkungen. Und im Vergleich zu manch anderen europäischen Ländern (Norditalien, Spanien, Teile Österreichs) durften wir in Deutschland auch noch „vor die Tür“. Entsprechend wurden und werden noch Tagesausflüge durchgeführt, jedoch haben sich die Anzahl, das Motiv und die Aktivität während des Ausflugs geändert und damit auch (gezwungenermaßen) das Ausgabeverhalten. Bei vielen Ausflügen wird kaum mehr Geld ausgegeben.

Wir sind weiterhin überzeugt, dass die Regenerationsgeschwindigkeit im Tagestourismus sehr hoch ist. Aber: Das ursprüngliche Tagesreisevolumen bzw. ein Umsatz von 100 Mrd. Euro jährlich in Deutschland (2019) wird kurz- bis mittelfristig kaum erreicht werden. Die Gründe dafür sind, dass

  • viele Anlässe noch längerfristig keine Impulsgeber für eine Tagesreise sein werden (Besuch von Veranstaltungen oder bei Tagesgeschäftsreisen der Besuch von Tagungen, Messen, Kongressen),
  • die Mengenbeschränkungen in Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen für eine Reduzierung der Tagesausflüge sorgen,
  • gleichzeitig nicht alle aktuell vermiedenen Veranstaltungs- oder Freizeitparkbesuche durch andere Tagesausflugsformen substituiert werden.

 

Weitere Fakten folgen 

Die Erhebungen im Rahmen des dwif-Tagesreisenmonitors laufen kontinuierlich weiter, um die Entwicklung in diesem für den Deutschland-Tourismus so wichtigen Segment lückenlos zu monitoren. Der dwif-Corona-Kompass liefert Destinationen, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft in dieser anspruchsvollen Zeit nutzenstiftende Fakten zu den Auswirkungen der aktuellen Krise.

Im Juli 2020 werden wir im dwif-Corona-Kompass aktuelle Ergebnisse des dwif-Tagesreisenmonitors für das erste Halbjahr vorstellen.

 

Update Juli 2020: Tagesreiseverhalten der Deutschen in Zeiten der Corona-Krise

dwif Corona Tagesreisenmonitor Halbjahr TeaserDie Menschen in Deutschland haben während der Corona-Krise (gezwungenermaßen) auf viele Tagesausflüge verzichtet. Im Vergleich zu den Vorjahren fanden phasenweise nur 33 Prozent der gewöhnlich getätigten Tagesausflüge statt. Seit den Lockerungen Mitte Mai geht der Trend im Tagestourismus jedoch erfreulicherweise stetig in Richtung „Normalniveau“ und immer mehr Deutsche sind wieder unterwegs... was nicht überall auf Begeisterung stößt. Die Details präsentieren wir Ihnen in der aktuellen Ausgabe unseres dwif-Tagesreisenmonitor.

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Kennen Sie unseren dwif-Corona-Kompass?

dwif Corona Kompass 2020 CoverWir möchten Destinationen, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft  nutzenstiftende Fakten zu den Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise geben und gemeinsam mit Ihnen den Blick in die Zukunft richten.

Unser Statistik Update vom 28. September 2020 zeigt in einer Info-Karte, welche Destinationen im Sommer trotz Corona punkten konnten und wen die Krise weiterhin sehr stark trifft.

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