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Studie zu Entwicklungschancen des Campingtourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Mittwoch, 28. Mai 2014

Im Auftrag des Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern erstellte das dwif in Kooperation mit dem Tourismusverband MV e.V. und dem Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus MV e.V. eine Studie zu den „Entwicklungschancen des Campingtourismus in Mecklenburg-Vorpommern".
  • Vorstellung Campingstudie. Von links: Knuth Reuter 1. Vorsitzender des Verbandes für Camping- und Wohnmobiltourismus MV e.V.; Harry Glawe Wirtschafts- und Tourismusminister MV; Bernd Fischer  Nordostdeutsche Fremdenverkehrs- und Marketing GmbH Rostock
    Wirtschaftsfaktor Tourismus: Camping in Mecklenburg-Vorpommern (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus)

Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe hat am Dienstag in Schwerin die Studie „Entwicklungschancen des Campingtourismus in Mecklenburg-Vorpommern" im Rahmen der Landespressekonferenz vorgestellt.

Zur projektbegleitenden Arbeitsgruppe unter Federführung des Tourismusreferates im Wirtschaftsministerium gehörten der Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus MV e.V., der Bundesverband der Campingwirtschaft Deutschland und der Tourismusverband MV e.V.

 

Nachfrage, Trends, Marketing und wirtschaftliche Bedeutung des Camping-Tourismus

Untersucht wurden der Campingmarkt, sowohl das Angebot als auch die Nachfrage, genauso wie Trends, das Marketing und die wirtschaftliche Bedeutung. Im Ergebnis wurde eine strategische Positionierung 2020 mit Empfehlungen an die Campinganbieter, Touristiker sowie Politik und Verwaltung zum weiteren Ausbau dieses touristischen Marktsegmentes gegeben.

Mit dem Gutachten werden wichtige Fragen beantwortet nach der Höhe des Marktvolumens, wer heute campt, was alle Camper benötigen, was sie vor Ort machen und welche Trends im Camping nachgefragt werden.

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 358 Campingeinrichtungen. Diese verfügen über rund 40.000 Stand- und Stellplätze. 6,26 Millionen Übernachtungen sind in 2012 erzielt worden. Dies entspricht einem Marktanteil von 17,5 Prozent aller touristischen Übernachtungen.

„Ein Großteil der Einrichtungen liegt an der Ostseeküste und in der Mecklenburgischen Seenplatte. Mit den Dauercampern, den bisher nicht erfassten Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen ist fast die Hälfte an Übernachtungsvolumen dazugekommen, was bisher in sämtlichen Betrachtungen zum Campingtourismus noch nicht berücksichtigt wurde. Eine solche Untersuchung gab es in Deutschland bisher nicht", betonte Glawe.

Wirtschaftsfaktor Campingtourismus

Der Brutto-Umsatz im Campingtourismus liegt bei rund 212 Millionen Euro (Jahr 2012). Die durchschnittlichen Tagesausgaben beim Gastgewerbe inkl. Standplatz betragen rund 18,40 Euro, im Einzelhandel bei 12,20 Euro sowie übrige Dienstleistungen bei 3,20 Euro.

„Camping ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor, weil Campinggäste vor allem auch die regionale Wirtschaft unterstützen. Neben den Ausgaben für den Standplatz werden von Campinggästen Ausgaben für Restaurant oder Cafébesuche, Bäcker, Fleischer, Ausgaben für Unterhaltung, Freizeit (z.B. Eintrittspreise bei öffentlichen Einrichtungen und sportlichen sowie kulturellen Veranstaltungen) getätigt. Aber auch Kurtaxe und Parkgebühren sind Einnahmen vor Ort. Das wird von regionalen Entscheidungsträgern oft auch unterschätzt", sagte Glawe.

Die Einkommenseffekte betragen 93,5 Millionen Euro und das Steueraufkommen für Mehrwert- und Einkommenssteuer 20,8 Millionen Euro. In der Branche sind ca. 5.500 Personen beschäftigt.

„Die Studie bringt wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Ausbau des Campingtourismus. Sie zeigt zugleich, wie wettbewerbsfähig und wertvoll dieser Bereich mit Kurzzeit- und Dauercampern sowie Wohnmobilisten für das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern ist. In den kommenden Jahren wird es mit Investitionen und Innovationen weiter darum gehen, die Saison früher zu beginnen und später enden zu lassen. Außerdem sollten mehr ausländische Gäste gewonnen werden", betonte der Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Jürgen Seidel.

Campingbranche steht vor Herausforderungen

Die Campingbranche muss sich stetig weiterentwickeln. „Aufgrund des demografischen Wandels erfolgt ein weiterer Umbruch in der Branche. Wir müssen uns den neuen Ansprüchen und Anforderungen der Gäste, vor allem jungen Familien und Senioren stellen. Der wachsenden Nachfrage muss insgesamt für alle Zielgruppen mit attraktiven Angeboten begegnet werden", betonte Glawe abschließend.

Als für die Campingbranche wichtige Entwicklungen und Trends wurden unter anderem Themenfelder wie Touristikcamping mit steigender Nachfrage; Caravaning-Tourismus mit mehr Flexibilität und Individualität beim Reisen, eine wachsende Nachfrage nach Miet- bzw. Chartereinheiten als Einstiegsprodukte für Neukunden hervorgehoben. Interessante Nischenprodukte wie „Glamping" (=Zusammenfügung von „Glamorous" und „Camping" = Verknüpfung von Luxus und Stil mit Naturnähe und Unkompliziertheit) oder „Camping auf dem Wasser", die sich zur Produkterweiterung und Neukundenakquise in Mecklenburg-Vorpommern anbieten, gewinnen ebenso an Bedeutung. Das Qualitätsmanagement und die Qualitätsbewertung werden immer individueller und somit an die immer differenzierter werdenden Ansprüche der Gäste angepasst.

Als für das Campingsegment besonders relevante Zielgruppen in Mecklenburg-Vorpommern wurden die Aktiven/Sportiven und die Familien mit Kindern benannt. Hier sind ein zielgruppengerechtes Produkt und das entsprechende Marketing von großer Bedeutung.

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