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Machbarkeitsstudie zur touristischen Inwertsetzung des Strandbades Müggelsee vorgestellt

Donnerstag, 03. März 2016

Nach über einem Jahr intensiver gemeinsamer Arbeit wurden am 12. Februar 2016 die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur touristischen Inwertsetzung des Strandbads Müggelsee in einer öffentlichen Sitzung präsentiert. Im Auftrag des Bezirks Treptow-Köpenick erarbeitete das dwif unter Einbezug der Akteure vor Ort eine Machbarkeitsstudie zur touristischen Inwertsetzung des Strandbades Müggelsee und seiner Bestandteile.
  • dwif-Machbarkeitsstudie zur touristischen Inwertsetzung des Strandbads Müggelsee
    Das traditionsreiche Ausflugsziel Strandbad Müggelsee

Dabei unterschied sich die Herangehensweise von dem typischen Ablauf einer Machbarkeitsstudie. Auf Grund des mangelnden Umsetzungserfolgs vorangegangener Konzepte und der bestehenden Restriktionen durch Natur-, Wasser- und Denkmalschutz, Forstrecht, bauliche Vorgaben und Wirtschaftlichkeit wurde ein Stufenkonzept angewandt, in dem die bisherigen, teilweise guten Ideen vorheriger Gutachten und die Ziele der lokalen Tourismuskonzeptionen aufgegriffen wurden.

Notwendig waren dafür eine differenzierte Betrachtung der einzelnen tragenden Bausteine (Strandbad, Strandbadgebäude, Großgaststätte, Saunagebäude sowie Bungalowdorf), die Identifizierung von deren individuellen Entwicklungsperspektiven und die Zusammenfügung dieser Einzelchancen zu einem konsistenten Gesamtkonzept.

 

Naturnah – Nachhaltig – Multifunktional – Marktorientiert

Das Strandbad soll dabei weiterhin gemeinwohlorientiert und kostenfrei bleiben. Um zumindest Kostendeckungsbeiträge für den Bezirk zu generieren, mussten Nutzungen gefunden werden, die auch auf Nachfrage treffen und langfristig angemessene Umsätze generieren.

Daher darf das Strandbad künftig nicht nur Badegäste ansprechen, sondern muss systematisch auf einen saisonausgleichenden Zielgruppen-Mix ausgerichtet sein.

Machbarkeitsstudie Mueggelsee Konzept dwif

Im Detail wurden folgende Optionen vorgestellt:

  • Die "Flügel" des Strandbadgebäudes könnten zu einem attraktiven Tagungs- und Lernort am Wasser umfunktioniert werden, der von einem gemeinnütziger Bildungsträger betrieben wird, jedoch auch kommerzielle für Tagungen und Firmenevents genutzt werden kann.
  • Das Saunagebäude sollte erhalten werden und zu einer modernen, attraktiven und nachhaltigen Strandsauna mit Umweltinnovationen weiterentwickelt werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
  • Die ehemalige Großgaststätte sollte abgerissen werden. Auf deren ehemaliger Grundfläche könnte ein Ergänzungsmodul zur Tagungsstätte oder ein innovativer Wasserspielplatz mit umweltpädagogischen Elementen oder ein weiterer Parkplatz entstehen.
  • Die Gebäude im Bungalowdorf sollten ebenfalls entfernt werden. An ihrer Stelle können Mobil-heime für verschiedene Zielgruppen und Preisklassen im Wald am Wasser entstehen.


Durch die Kontaktaufnahme zu und intensiven Gesprächen mit verschiedenen potentiellen Betreibern einzelner Bausteine des Strandbadareals, konnten zum einen neue, unternehmerische Nutzungsideen in das Konzept einbezogen werden, zum anderen wurden die Anforderungen dieser Unternehmen an die Rahmenbedingungen für den Fall eines Engagements deutlich.

Dies erhöhte den Realitätsbezug und damit die Umsetzungswahrscheinlichkeit signifikant. Auf dieser Basis war abschließend eine sehr realitätsnahe Kalkulation von Investitionskosten, Ertragspotenzialen sowie laufenden Kosten der einzelnen Bausteine einschließlich der Kalkulation möglicher Kostendeckungsbeiträge für die öffentliche Hand möglich.

Machbarkeitsstudie Mueggelsee Bilder dwif 

 

Senat muss die Sanierungskosten tragen

Dabei haben die Gespräche mit potenziellen Betreibern deutlich gemacht, dass die grundsätzliche Sanierung und Substanzerhaltung der Gebäude von der öffentlichen Hand getragen werden muss. Künftige Betreiber beziehungsweise Pächter sind für den Innenausbau und die laufende Instandhaltung verantwortlich. Die Sanierungskosten wurden auf 8 Mio. EUR geschätzt, von denen die Hälfte vom Bund getragen wird. Die weiteren 50% wurden von der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen bereits zugesagt, jedoch laufen derzeit noch intensive Gespräche mit den Fördermittelgebern.

Nach Aussage von Angela Weniger, Leiterin Facility Management im Bezirksamt Treptow-Köpenick, beginnt die Sanierung auf dem Gelände frühestens Mitte 2017. Auch die laufenden Kosten für den Betrieb des Strandbads müssen wie in der Vergangenheit vom Bezirk Treptow-Köpenick getragen werden. Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) bestätigte das Engagement des Bezirks für den Unterhalt des Strandbades.


Wir wünschen dem Bezirksamt Treptow-Köpenick viel Erfolg bei der Umsetzung

Nun ist der Bezirk gefragt, sich inhaltlich und politisch für eine favorisierte Variante zu entscheiden und dafür eine adäquate Umsetzungsstrategie zu erarbeiten. Die eigentliche Arbeit am und für das Strandbad fängt jetzt an.

Wir wünschen allen Akteuren viel Erfolg bei der Weiterentwicklung des Strandbades Müggelsee und sind gespannt auf die Entwicklungen in den nächsten Jahren.

 

Mehr Informationen:

Download dwif-Ergebnispräsentation "Standbad Müggelsee"
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