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Megatrend Digitalisierung stellt Niedersachsen-Tourismus vor Herausforderungen: Checkliste bringt Orientierung

Montag, 02. Juni 2014

Ob Onlinebewertungen oder die Gästekommunikation im Social Web, ob die Suche nach Informationen oder die Buchung – die Gäste sind längst im digitalen Zeitalter angekommen. Die Branche hingegen ist in Anbetracht der hohen Dynamik überfordert und zeigt in vielerlei Hinsicht noch großen Nachholbedarf.

Welche Weichen die Akteure stellen müssen, um auch künftig erfolgreich zu sein, stellen Dr. Manfred Zeiner und Lars Bengsch bei der heutigen Präsentation des Sparkassen-Tourismusbarometers in Hannover rund 350 Touristikern vor.

Wie digital ist der Niedersachsen-Tourismus?

Die Analysen des dwif im Rahmen des Sparkassen-Tourismusbarometers Niedersachsen haben eine sehr unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeit der einzelnen Akteure offenbart. Vorreiter beim strategischen wie kreativen Umgang mit den digitalen Medien sind in erster Linie Destinationen, beispielsweise die Lüneburger Heide, der Harz und die Nordsee.

Auf einzelbetrieblicher und örtlicher Ebene stellt die Digitalisierung im Tourismus jedoch häufig noch ein Buch mit sieben Siegeln dar – und allzu oft fehlt es an Wissen, Zeit und einer durchdachten Strategie, um die Möglichkeiten der neuen Medien optimal nutzen zu können.

 

Viele Entscheidungen zur eigenen Online-Präsenz und den sozialen Medien werden aus dem Bauch heraus getroffen

dwif: Digitalisierung Tourismus HerausforderungenDigitalisierung im Tourismus ist weit mehr als ein Profil auf Facebook. Sie umfasst eine breite Palette an Instrumenten. Lars Bengsch stellt klar: „Um erfolgreich handeln zu können, müssen strategische Grundlagen geschaffen und messbare Erfolgskennzahlen definiert werden.

Nicht jeder Akteur muss überall präsent sein, aber auf den Plattformen, wo die Betriebe aktiv sind, müssen sie ihre Sache richtig gut machen und stetig am Ball bleiben".

 

Derzeit gelingt es vielen Tourismusakteuren aber noch zu selten, die Kosten-Nutzen-Relation belastbar einzuschätzen, um Prioritäten richtig setzen und damit Potenziale optimal nutzen zu können. Dass die Digitalisierung im Tourismus auch Kostensenkungen und Produktivitätssteigerungen ermöglicht, bleibt häufig außen vor. Für die Tourismusbranche kommen die kleinbetriebliche Struktur (KMU) und die damit einhergehenden stark begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen erschwerend hinzu.

 

Checklisten und Prioritäten – Leitfaden ermöglicht Durchblick im digitalen Dschungel

Um durch klare Prioritäten effizient und zielgerichtet agieren zu können, gibt das diesjährige Sparkassen-Tourismusbarometer den handelnden Akteuren in Niedersachsen einen Leitfaden an die Hand, der ihnen den Umgang mit den neuen Medien und Technologien erleichtern und neue Perspektiven eröffnen soll.

Durch fokussierte Checklisten können die Akteure überprüfen, ob sie bereits alle wichtigen Kriterien für eine erfolgreiche Umsetzung der einzelnen Handlungsfelder der Digitalisierung im Tourismus erfüllen. Eine praxisorientierte, konkrete Hilfestellung für Tourismusorganisationen, das Gastgewerbe sowie die Freizeitwirtschaft. Damit gehöre es auf jeden Schreibtisch in der Branche, bekräftigt Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen.

Mehr zum Thema „Digitalisierung im Tourismus" erfahren Sie hier.

 

Niedersachsen-Tourismus: Optimismus für 2014

Auch wenn die Herausforderungen durch die Digitalisierung im Tourismus groß sind: Generell ist die Stimmung in der Wirtschaft gut, Experten sehen ein steigendes Wirtschaftswachstum und mehr Ausgaben beim privaten Konsum sowie gute Werte für den Arbeitsmarkt 2014. Im nieder-sächsischen Gastgewerbe gehen mehr als acht von zehn Betrieben von einer stabilen bis positiven Geschäftslage im laufenden Jahr aus und der eigens für das Sparkassen-Tourismusbarometer Niedersachsen entwickelte Tourismusklimaindex ist ebenfalls gestiegen.


Nach Stagnation Wachstumsimpulse notwendig

dwif: Analyse der Übernachtungszahlen im Niedersachsen-TourismusWachstum zu schaffen, das sei trotzdem dringend geboten, betonte Dr. Manfred Zeiner. 2013 gab es bei den Übernachtungen einen leichten Rückgang von 0,3 Prozent (auf 39,9 Millionen), während die Ankünfte um 0,6 Prozent zulegten. Das ist Stagnation auf hohem Niveau.

Deutschlandweit wuchs die Zahl der Übernachtungen hingegen um 1,1 Prozent. Bezogen auf die Gesamtzahl der Übernachtungen liegt Niedersachsen auf Rang 4 im Bundesvergleich.

Vom überraschenden Wachstum des Welttourismus mit rund fünf Prozent, das alle Prognosen übertraf, konnte Niedersachsen also nicht profitieren. Dabei haben andere Bundesländer bei den Übernachtungen vorgelegt, z. B. Flächenbundesländer wie Schleswig-Holstein oder Nordrhein-Westfalen.

 
Betriebswirtschaftliche Lage im niedersächsischen Gastgewerbe verbessert sich

Steigende Gewinnmargen sind ein Beleg für eine bessere betriebswirtschaftliche Lage im niedersächsischen Gastgewerbe. Die Innenfinanzierungskraft legte in Niedersachsen sowohl im Beherbergungs- als auch im Gastronomiegewerbe zu. Die gute Gesamtentwicklung führte langfristig in allen Segmenten zu einer gestiegenen Schuldentilgungsfähigkeit und höherer Gesamtkapitalverzinsung, unterstrich Thomas Mang anhand sparkasseneigener Bilanzdaten.

Daraus folgt: Betriebe können die Schulden schneller tilgen und erreichen eine bessere Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals. Frei gewordene unternehmerische Handlungsspielräume müssen dringend für erforderliche Investitionen und den langfristigen Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt werden.


Freizeitwirtschaft und Tagesreisen als wichtige Standbeine des Tourismus in Niedersachsen

dwif: Besucherzahlen der Freizeiteinrichtungen in NiedersachsenDie Besucherzahlen der niedersächsischen Freizeitwirtschaft fielen 2013 deutlich unter das Vorjahresniveau (-3,1 Prozent), allerdings galt dies für fast alle beobachteten Bundesländer. Die Rahmenbedingungen für die Besucherentwicklung waren alles andere als günstig (Witterung, Flutkatastrophe, zunehmender Modernisierungsbedarf). Fest steht: Nur über neue Besuchsanlässe durch inszenierte Erlebnisse und über Sonderaktionen lassen sich bei steigendem Konkurrenzdruck Besucherzuwächse erzielen.

Eine gewichtige Rolle für die Entwicklung der Freizeiteinrichtungen spielt der Tagestourismus. Besonders die Städte profitieren von den Ausgaben der Tagesgäste. In den klassischen Urlaubsregionen gilt es vor allem, auch die Übernachtungsgäste zu weiteren Ausflügen zu animieren.

Mehr zur aktuellen Lage des Niedersachsen-Tourismus erfahren Sie hier.

 

 

Hintergrund: Sparkassen-Tourismusbarometer Niedersachsen

Seit 2003 zeigt das Sparkassen-Tourismusbarometer Niedersachsen jährlich Branchenprobleme auf, deutet auf Marktpotenziale hin und bietet Lösungen an.Die Spezialthemen der letzten Jahren, wie beisielsweise Innovationen im Tourismus und mehr lesen Sie hier.

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