Touristischer Arbeitsmarkt in Ostdeutschland

Bearbeitungszeitraum: 2012 (Schwerpunktthema 2012 des Sparkassen-Tourismusbarometers Ostdeutschland)

Auftraggeber: Ostdeutscher Sparkassenverband (OSV)

Die Fachkräftesicherung ist eines der zentralen Zukunftsthemen für die Tourismusbranche, denn der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter nimmt stetig zu. Aufgrund der hohen Dienstleistungsintensität und des entsprechenden Personalbedarfs ist der Druck, geeignete Arbeitskräfte zu gewinnen, besonders hoch. Im Tourismus kommen die ungünstigen Rahmen- und Arbeitsbedingungen erschwerend hinzu; entsprechend negativ ist die Außenwahrnehmung der Branche.

Das dwif hat sich im Rahmen des Tourismusbarometers Ostdeutschland 2012 eingehend mit dem Thema beschäftigt und anhand des typischen Werdeganges eines Arbeitnehmers – von der Phase der Berufsorientierung über die Ausbildung und Beschäftigung bis hin zur kontinuierlichen Weiterbildung während des Berufslebens – die Probleme und Handlungsmöglichkeiten der Branche aufgezeigt.

 

 

Zentrale Ergebnisse

  • Berufsorientierung: Eine Befragung von Jugendlichen in Deutschland gab Einblicke in das Image der Branche. Immerhin rund die Hälfte des potenziellen Nachwuchses kann sich vorstellen, im Tourismus zu arbeiten. Nur 8 Prozent lehnen dies völlig ab. Für einen Job im Tourismus sprechen vor allem Coolness, Vielseitigkeit, Kreativität und Internationalität.
  • Ausbildung: Eine Sonderauswertung des DGB-Ausbildungsreports ergab, dass die Auszubildenden in der Tourismusbranche vor allem eines sind: unzufrieden! Das hängt insbesondere mit den langen Arbeitszeiten und der hohen Arbeitsbelastung zusammen. So verwundert es nicht, dass die Zahl der Auszubildenden in den touristischen Berufen seit Jahren dramatisch sinkt, während die der (offenen) Ausbildungsstellen zunimmt.
  • Beschäftigung: Für die ostdeutschen Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, Fachkräfte zu gewinnen. Die Zahl der freien Stellen wächst seit 2004 stetig an. Diese Entwicklung trifft Ostdeutschland härter als Westdeutschland. Eine Befragung der Betriebe offenbarte, dass der Fachkräftemangel bei den meisten Akteuren angekommen ist. Allerdings wurde auch deutlich, dass die Betriebe nur sehr langsam auf die neue Situation reagieren. In Sachen Mitarbeitersuche und -bindung ist die Tourismusbranche bislang nicht kreativ genug und setzt in erster Linie auf klassische Instrumente der Personalpolitik.
  • Weiterbildung: Lebenslanges Lernen ist eines der zentralen Instrumente gegen den Fachkräftemangel und wird in einer älter werdenden Gesellschaft immer wichtiger. Das sehen auch viele gastgewerbliche Betriebe so. Dennoch zählt die Branche zum Schlusslicht in Sachen Weiterbildungsaktivitäten. Zudem setzen die Betriebe vor allem auf betriebsinterne Lösungen, professionelle Weiterbildner werden vergleichsweise selten in Anspruch genommen.
Download Endbericht "Touristischer Arbeitsmarkt in Ostdeutschland"

Das Thema Fachkräftesicherung für den touristischen Arbeitsmarkt war 2013 auch Schwerpunktthema im Sparkassen-Tourismusbarometer Rheinland-Pfalz.
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