Nachhaltige Mobilitätskonzepte für Touristen im öffentlichen Verkehr mit Fokus auf Regionen im Bereich von Großschutzgebieten

Bearbeitungszeitraum: 2014-2016

Forschungsprojekt des dwif e. V.

Projektförderung: Deutsche Bahn Stiftung

Der Modal Split im Deutschlandtourismus wird in hohem Maße vom Individualverkehr geprägt. Diese starke Fokussierung verursacht beachtenswerte CO2-Emissionen, was gerade für sensible Naturregionen wie National- und Naturparks sowie Biosphärenreservate problematisch ist. Vor diesem Hintergrund erstellte der dwif e.V. mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bahn Stiftung eine Studie, die aufzeigen soll, welche Organisations- und Finanzierungsmodelle die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in den Reisezielen fördern bzw. hemmen.

In der Grundlagenstudie werden die Erfolgsfaktoren zukunftsweisender Mobilitätskonzepte für touristische Destinationen beschrieben. Inhaltliche Schwerpunkte liegen dabei auf der Beschreibung von:

  • effizienten Organisationsstrukturen und der optimalen Aufgabenverteilung beim Aufbau von Mobilitätskonzepten,
  • relevanten rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Mobilitätskonzepten im Tourismus (z. B. Kommunalabgabengesetze, Personenbeförderungsgesetz, Melderecht) sowie
  • möglichen Finanzierungsmodellen tourismusspezifischer Mobilitätskonzepte (z. B. angebots- und nachfrageseitige Ansätze, Fördergelder).

Die angebotsseitigen Stärken und Schwächen wurden im Rahmen der Studie anhand unterschiedlicher Praxisbeispiele und zahlreicher Expertengespräche detailliert analysiert. Nachfrageseitige Bedürfnisse und Erwartungen wurden durch eine eigens durchgeführte bundesweite Befragung ermittelt, deren Ergebnisse ein großes Potenzial zur Nutzung umweltfreundlicher öffentlicher Verkehrsmittel auf Tagesreisen und Übernachtungsreisen aufzeigen.

Zudem geben die Ergebnisse Aufschluss über die Zahlungsbereitschaft der Gäste für attraktive Leistungspakete sowie die Wichtigkeit verschiedener Informationsquellen bei der Reiseplanung. Daraus konnten Optimierungsmöglichkeiten zur Angebotsentwicklung im öffentlichen Verkehr nach touristischen Bedürfnissen abgeleitet werden.

Ziel der Studie war es, Verhaltensänderungen bei der Tourismus- und Alltagsmobilität zu befördern und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Grundversorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln in ländlich geprägten Regionen zu leisten (z. B. erweitertes Streckennetz, dichtere Taktung).

Die Ausführungen münden daher in fundiert abgeleitete Empfehlungen mit Lösungsansätzen, praxisorientierten Handlungsleitfäden und Argumentationsgrundlagen für die tägliche Arbeit, damit zukunftsweisende Mobilitätskonzepte erfolgreich und umfassend umgesetzt werden können.

 

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