Update
Juni
2021

dwif-Corona-Kompass

Wir möchten Destinationen, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft an dieser Stelle nutzenstiftende Fakten zu den Auswirkungen der aktuellen Krise geben und gemeinsam mit Ihnen den Blick in die Zukunft richten.

Sie alle sind mit der Bewältigung der durch das Coronavirus ausgelösten Krise beschäftigt. Die Nachfrage ist eingebrochen, dann hat sie wieder angezogen, ist erneut eingebrochen und nun setzen alle gemeinsam ihre Hoffnungen auf ein überragendes Sommer- und Herbstgeschäft 2021. Existenzen stehen trotz der derzeitigen schrittweisen Öffnungen weiterhin auf dem Spiel, wenngleich die Freizeit- und Reiselust der Menschen ungebrochen scheint und Lerneffekte aus der bisherigen Pandemie sowie die Fortschritte bei den Impfungen zunehmend Perspektiven aufzeigen.

SICHER IST: Unsere Branche wird eine lange Erholungsphase benötigen. Mittel- und langfristige Folgen für die Qualität der touristischen Angebote oder den touristischen Arbeitsmarkt sind schon jetzt absehbar.

SICHER IST AUCH: Orientierung ist weiterhin wichtig.

Wir liefern Ihnen im Rahmen des dwif-Corona-Kompass weiterhin das erforderliche Benchmarkwissen: Schritt für Schritt und immer dann, wenn belastbare Daten vorliegen. Wie Sie es von uns kennen, sind es Zahlen und Fakten aus unserem dwif-Datenschatz sowie aus weiteren, fundierten Quellen.

dwif-Corona-Kompass liefert Fakten

In unserem dwif-Corona-Kompass finden Sie wichtige Schlüsselkennziffern mit kommentierten Infografiken. Diese können Sie mit Ihrer Situation vor Ort vergleichen.

Laufend aktualisierte Einschätzungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Deutschlandtourismus und unser Blick auf die einzelnen Tourismussegmente runden unser Informationspaket ab.

Aktuelle Markttrends aus unserem Juni-Update

Download dwif Corona-Kompass 2021 Update Juni

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TAGESTOURISMUS & FREIZEITWIRTSCHAFT

Der Tagestourismus ist ein milliardenschweres Standbein im Deutschlandtourismus und wichtig für eine kontinuierliche Auslastung vieler Einrichtungen und Angebote.

Für den Zeitraum Januar bis Mai 2021 bilanziert unser dwif-Tagesreisenmonitor einen Rückgang der Tagesreisen um rund 30 Prozent im Vergleich zu einem Normaljahr. In den Wintermonaten fand teilweise weniger als die Hälfte des regulären Tagesreisaufkommens statt, was besonders Indoor-Einrichtungen, aber auch Wintersportgebiete traf. Gastronomie- und Veranstaltungsbesuche tendierten während des Lockdowns naturgemäß gegen „Null“.
Das Jahresergebnis 2020 mit „nur“ -19 Prozent belegt aber auch den positiven Einfluss der Lockerungsphasen (Sommer 2020). So konnten wir während der schrittweisen Lockerungen ab Mai 2021 erneut eine schnelle Regenerationsgeschwindigkeit bei den Tagesausflügen feststellen. Beispiel: In der Pfingstwoche haben wir 2021 ein Plus von 2 Prozent gegenüber einem Normaljahr gemessen.

Gleichzeitig war und ist das Ausflugsverhalten (Intensität/Aktivitäten) im April/Mai 2021 vergleichbar mit den Trends nach dem im Frühjahrs-Lockdown 2020 (ab KW 19/2020). Zwar lag das Tagesreisevolumen auch in den Lockdown-Monaten stets um die 50 Prozent des Normalniveaus, doch fanden eine Verlagerung auf naturnahe Aktivitäten und massive Rückgänge bei Besuchen von Gastronomie, Sehenswürdigkeiten/Attraktionen oder Veranstaltungen etc. statt. Die daraus resultierende Reduzierung der Wertschöpfung aus dem Tagestourismus trifft die Branche somit deutlich stärker als die bloße Volumenreduktion.

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Die Freizeitwirtschaft mit ihren Einrichtungen als wichtiger Anlaufpunkt für die Aktivitäten der Einheimischen, der Tages- und Übernachtungsgäste stand zwischen Januar und April 2021 nahezu komplett still. Der Jahresstart 2021 (Januar bis April 2021 gegenüber 2019: -84,3 Prozent) war für viele Freizeit- und Kultureinrichtungen damit noch dramatischer als 2020 (Januar bis April 2021 gegenüber 2019: -51,5 Prozent).

Die Segmente entwickelten sich dennoch unterschiedlich: Einige Outdoor-Einrichtungen wie Landschaftsattraktionen und Zoos/Tierparks en in einigen Bundesländern durchgängig öffnen. Bäder werden dagegen größtenteils bis in den Juni 2021 hinein geschlossen bleiben. Stadtführungen waren nahezu flächendeckend bis in den April 2021 hinein nicht möglich. Kulturangebote wie Museen, Burgen und Schlösser durften phasenweise und je nach Bundesland im März und April 2021 wieder öffnen. Doch nach wie vor sind diese abhängig von der Entwicklung der weiteren Inzidenzzahlen und bundesweit einheitliche Öffnungsszenarien oder Konsequenzen bei möglicherweise wieder steigenden Inzidenzen sind ebenfalls noch nicht in Sicht.

Die Perspektiven – Beobachtungen rund um den Re-Start
  • Sehenswürdigkeiten/Indoor-/Kulturangebote mit langsamer Regeneration, keine Überkompensation (z. B. weiterhin Besucherbeschränkungen)
  • Veranstaltungen auch nach dem Re-Start noch über Monate hinweg weit unterdurchschnittlich (durch Beschränkungen, Vorlauf für Planungen etc.)
  • Outdoor-Aktivitäten während der Lockdowns häufig einzige Möglichkeit für Ausflüge; auch in der laufenden Re-Start-Phase überdurchschnittlich stark
  • Gastronomie mit schneller Regenerationsphase, in den ersten Wochen leichte Überkompensation
  • Shopping mit schneller Regeneration, ggf. Überkompensation durch höhere Ausgaben
Handlungsempfehlungen für Betriebe und Destinationen
  • Gesundheit und Sicherheit sind und bleiben wichtige Erfolgsfaktoren. Bei Abstands- und Hygienekonzepten, Ansätzen zur Besucherlenkung etc. darf gerade in der jetzigen Phase des Re-Starts nicht nachgelassen werden.
  • Eine Transparente und verlässliche Kommunikation ist das A und O. Damit werden u.a. Aktualität und qualitativ hochwertiger Content wichtiger denn je. Der Aufbau und die Umsetzung von Content-Strategien ist gemeinsame Aufgabe der Tourismusorganisationen zusammen mit den Einrichtungen/Betrieben.
  • Mit Blick auf die mittel- und langfristigen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben Landes- und Bundeshilfen für Betriebe weiterhin eine hohe Bedeutung, für Einrichtungen in privatwirtschaftlicher und kommunaler Trägerschaft. Auch die Sicherung der freiwilligen Aufgabe Tourismus sollte angesichts vielerorts knapper werdender öffentlicher Haushalte in den Blickpunkt rücken. Ob Ortsbilder oder Bandinfrastrukturen wie Rad- und Wanderwege, eine hohe Qualität und regelmäßige Investitionen zahlen auf eine gute Lebens- und Aufenthaltsqualität ein.

ÜBERNACHTUNGSTOURISMUS

Nur 31 Mio. Übernachtungen in Deutschland (im Vergleich "Normaljahr" 2019: 127 Mio.) – das ist die Bilanz im Zuge des bundesweiten Lockdowns der ersten vier Monate 2021. Damit fehlen den Betrieben bis zu 20 Prozent der Nachfrage eines Normaljahres. Gleichzeitig fiel das durchschnittliche Auslastungsniveau auf Werte zwischen knapp 8 Prozent in Schleswig-Holstein und knapp 19 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Bei den Destinationstypen waren gerade die Bergregionen nicht nur bei den relativen Vergleichen, sondern auch mit Blick auf die absolut fehlenden Gäste durch die ausgefallene Wintersaison 2020/2021 stark betroffen. Hier wird es schwer, die Defizite noch über die weitere Saison auszugleichen. Entscheidend wird das Herbst- und Wintergeschäft 2021/22 sein, das im Vorjahr fast komplett ausfiel.

Regionsvergleich zeigt deutliche Unterschiede

Der bundesweite Regionsvergleich zeigt: Der durchgängige Lockdown zwischen Januar und April 2021 führte zu nie dagewesenen Nachfrageeinbrüchen. Leisure-Destinationen sind stärker betroffen, aber auch Städte haben weiter verloren. Berufliche Übernachtungen und Vorsorge-/Rehakliniken sorgten für die Unterschiede, nicht herausragende Angebote oder Nachfragetrends.

Auch 2021 war bislang von einer breiten Spanne bei der Übernachtungsentwicklung der Regionen zwischen -38 Prozent (Elbe-Elster-Land) und -90 Prozent (Rügen/Hiddensee, Zugspitz-Region) gekennzeichnet.

Handlungsempfehlungen für Betriebe & Destinationen
  • Die Recovery in den Bereichen Incoming und MICE wird voraussichtlich mehrere Jahre andauern. Internationale Marketingmaßnahmen sollten ab dem 2. Halbjahr 2021 bis Anfang 2022 wieder aufgenommen werden, um die deutschen Destinationen weiterhin sichtbar zu machen.
  • Im MICE-Segment hat die Corona-Pandemie den bestehenden Trend zu mehr digitalen und hybriden Formaten verstärkt. Der künftige Erfolg wird davon abhängen, sich anpassen und verändern zu können. Gleichzeitig wird der Wettbewerb für die Standorte in Deutschland auch hier härter. Kleiner, häufiger, digitaler, aber gleichzeitig der Wunsch nach realen Orten. All das sind wichtige Stichworte für die Zukunft von Meetings. Multifunktionalität und Investitionen in die Digitalisierung sind zentrale Anforderungen an die Infrastruktur.
  • Der Trend zu einem stärkeren Kurzfristgeschäft hält weiter an. Dieses veränderte Buchungsverhalten gilt es zu berücksichtigen (Kurzfristigkeit, flexible Stornobedingungen etc.).
  • Nachfrageseitig gibt es bislang keine Signale für eine mittelfristige Verhaltensänderung im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie. Ein härterer Wettbewerb zwischen den Destinationen ist spätestens ab 2022 zu erwarten, wenn weltweite Reiseeinschränkungen weiter gefallen sind.
  • Legt man den Trustscore – Online-Bewertungen von Unterkünften – als Orientierung für die Gästezufriedenheit zugrunde, dann ist diese 2020 erstmals praktisch bundesweit rückläufig. Neben Maßnahmen zur Existenzsicherung sollten daher Qualitätsinitiativen gestartet werden (z. B. Sensibilisierung der Unternehmer*innen, Informationen zu Fördermöglichkeiten bei Investitionen). Mehr dazu lesen Sie hier.
  • Auch die Angebotskennzahlen (Betriebe, Schlafgelegenheiten) sind rückläufig, allerdings ist noch nicht klar, ob es sich um temporäre oder dauerhafte Effekte handelt. Mittelfristig sollten sich die Akteur*innen auf veränderte Angebotsstrukturen einstellen (Betriebskonzepte, räumliche Verteilung).
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Videos
zum Thema

Externe Weiterleitung Youtube

Im Rahmen unserer Online-Reihe dwif-Impulse haben wir in den vergangenen Monaten verschiedene Fachthemen rund um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Tourismus mit Expert*innen der Branche diskutiert.

Schauen Sie doch mal rein! Alle Videos sind auf unserem Youtube-Kanal veröffentlicht.


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Auf den Punkt gebracht

Seit März 2020 erarbeiten wir kontinuierlich Aktualisierungen, welche touristischen Marktsegmente voraussichtlich wie stark und wie lang von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sein werden. Sie haben Fragen dazu, benötigen weitere Daten, eine Einordnung Ihrer Situation in den Gesamtzusammenhang? Wir sind gerne für Sie da und unterstützen Sie.

Wir unterstützen Sie!

UNSERE BERATUNGS
LEISTUNGEN

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Wirtschaftsfaktor Tourismus

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dwif-Corona-MindMap

Was für DMO in der Recovery-Phase relevant(er) wird

Klein- & Mittelstandsberatung Gastgewerbe

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