Zahlen und Fakten zum Reisen 2021 und nach der Corona-Pandemie

71 Prozent der Deutschen haben für dieses Jahr bereits Urlaubspläne. Doch auch die ungebremste Reiselust kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rahmenbedingungen nach wie vor denkbar ungünstig sind. Wie also sieht Reisen 2021 und nach der Pandemie aus? Aktuelle Zahlen und Fakten haben wir für Sie zusammengefasst.

dwif Zahl der Woche: Zahlen und Fakten zum Reisen 2021 und nach der Corona-Pandemie  (Bild: freepik)

 

Reiselust ist ungebrochen

2020 hat nicht nur das Alltags- und Arbeitsleben durcheinandergewirbelt, sondern für viele auch die Reisepläne… Umbuchungen auf Nahziele in Deutschland, Ersatz durch Tagesausflüge oder Totalausfälle waren an der Tagesordnung. Deutlich zeigt sich aber: Die Menschen vermissen das Reisen und haben sich die Lust auf Freizeitaktivitäten und Urlaub durch die Pandemie nicht verderben lassen.

Die Rahmenbedingungen scheinen dabei aber nach wie vor denkbar ungünstig – hohe Infektionszahlen und weitgehende Kontakt- und Reisebeschränkungen prägen unser Leben seit über einem Jahr. Von eingeschränkten Reisemöglichkeiten fühlen sich die Menschen genauso stark betroffen, wie von fehlenden sozialen Kontakten (Reisepuls Deutschland) Jeder zweite Deutsche hat das Reisen 2020 vermisst. Nur 37 Prozent und damit so wenige wie seit Jahrzehnten nicht, mehr haben 2020 eine Urlaubsreise von mindestens fünf Tagen unternommen. Zum Vergleich: 1990 waren es 52 Prozent (Stiftung für Zukunftsfragen).

Deutlich zeigt sich aber: Die Menschen haben sich die Lust auf Freizeitaktivitäten und Urlaub durch die Pandemie nicht verderben lassen. Im Gegenteil: Viele haben gerade wegen der andauernden, umfangreichen Einschränkungen das Bedürfnis, aus dieser Situation auszubrechen, Neues zu erleben oder die positiven Effekte einer Urlaubsreise auf Fitness, Gesundheit und Widerstandskraft zu nutzen. 71 Prozent der Deutschen hatten bereits im Januar 2021 eine Urlaubsreise geplant (FUR Reiseanalyse). Nur bei wenigen bremst dagegen die eigene wirtschaftliche Situation etwa durch Kurzarbeit oder den Verlust des Arbeitsplatzes die aufgestaute Reiselust. Die Sparquote ist auch durch Konsumverzicht und Vorsicht insgesamt auf ein Allzeithoch gestiegen, so dass die Pläne nicht am Reisebudget scheitern.

 

dwif: Reiseabsichten der Deutschen

 

Wie sieht Reisen 2021 und nach der Pandemie aus?

Wenn die Pandemie überstanden ist, möchte rund ein Drittel zumindest vorübergehend oder dauerhaft mehr reisen als vor Corona. Ganz oben auf der Wunschliste für „die Zeit nach Corona“ stehen neben dem Treffen von Freund*innen und Verwandten der Besuch der Gastronomie, Urlaube im In- und Ausland sowie Veranstaltungsbesuche. Insgesamt hat sich an der Reihenfolge der Urlaubspräferenzen der Deutschen allerdings wenig geändert. Strandurlaube stehen nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste.

 

Weitere ausgewählte Ergebnisse

#Flexibilität

Kurzfristige Buchungen und flexible Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten, damit Reisepläne unkompliziert angepasst werden können, sind 2021 wichtiger denn je für die Kund*innen. Auch künftig werden diese von hoher Bedeutung sein. Die ADAC-Tourismusstudie zeigt, dass in den nächsten drei bis fünf Jahren die Stornobedingungen sowie Flexibilität bei Umbuchungen für 7 von 10 Befragten (sehr) wichtig sein werden (ADAC-Tourismusstudie).


#Reiseziel

Mit Blick auf das Reiseziel wird auch 2021 ein Urlaub im eigenen Land bevorzugt. 2020 fand mehr als jede zweite Urlaubsreise der Deutschen im eigenen Land statt. Der Anteil ist damit so groß wie zuletzt in den 1970er Jahren. Eine kürzere Anreise und damit auch eine schnellere Rückreise im Falle eines Lockdowns sind hier aus Gästesicht große Vorteile. Ein Urlaub in der Natur scheint hier der Favorit für 2021 zu sein. Der Trend zu Urlaub in der Natur ist nicht neu, durch die Corona-Pandemie hat er allerdings noch einmal Fahrt aufgenommen. Das zeigen auch die Auswertungen von Suchanfragen bei Google. Begriffe wie „Wandern“ und „Fahrradfahren“ wurden 2020 deutlich häufiger recherchiert als 2019 (ITB Berlin/Statista).


#Informationsbedarf

Zugenommen hat der Informationsbedarf vor der Reise, und dieser bezieht sich derzeit vor allem auf verlässliche, pandemiespezifische Fakten. Welche Angebotsbestandteile etwa nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sind und wie die Hygienevorgaben bei der Anreise und vor Ort aussehen, sollte stets transparent und aktuell kommuniziert werden.


#Individualität

Die Beliebtheit individueller Unterkunftsarten wie Ferienwohnungen/-häuser oder Camping wird weiter steigen. Diese Entwicklung zeigen auch die Übernachtungszahlen in den beiden Segmenten in der amtlichen Statistik sowie die Verkaufszahlen von Reisemobilen und Caravans, die 2020 noch einmal stark angestiegen sind.


#Verkehrsmittelwahl

Die Bedeutung des PKW als Verkehrsmittel auf Reisen hat 2020 deutlich zugenommen und wird auch in drei bis fünf Jahren eine weiterhin so hohe Bedeutung haben. Das Flugzeug hat zwar 2020 pandemiebedingt einen starken Einbruch erlebt, wird aber in seiner Bedeutung voraussichtlich in den nächsten drei bis fünf Jahren wieder deutlich steigen (ADAC-Tourismusstudie).


#Sicherheit

Eine wichtige Grundlage für das Reisen in Zeiten der Pandemie bildet zudem das Sicherheitsempfinden. Auch in den nächsten Jahren werden die Nachfragenden auf die Einhaltung der Hygienestandards und die Qualitätsstandard der medizinischen Versorgung am Urlaubsort weiterhin hohen Wert legen.

 

dwif: Nähe punktet

 

Viele Zahlen deuten zwar einerseits auf die große Beliebtheit der deutschen Reiseziele hin. Andererseits wird aus vielen Studien auch klar, sobald die Grenzen wieder öffnen, Einreisebeschränkungen fallen und Quarantänebestimmungen aufgelöst sind, wird der weltweite Wettbewerb zwischen den Destinationen härter. Ein wichtiger Faktor dabei wird sein, wie sich z. B. das Flugangebot und damit auch die Preise in den nächsten Jahren entwickeln.

Wir haben das Geschehen weiterhin für Sie im Blick und informieren Sie in unserem dwif-Corona-Kompass.

 


 

Kennen Sie unseren dwif-Corona-Kompass?

Deutschlandtourismus muss Umsatzausfälle von 69 Milliarden Euro zwischen März bis Dezember 2020 verkraften.Wie hoch sind die Umsatzausfälle im Tourismus für 2020 durch die Corona-Pandemie in Deutschland? Wen trifft die Krise wie stark und was gilt es jetzt zu tun?

Mit unserem dwif-Corona-Kompass geben wir der Tourismusbranche seit Beginn der Pandemie regelmäßig nutzenstiftende Fakten zu den Auswirkungen der Corona-Krise an die Hand und richten den Blick in die Zukunft. 

Das Update des dwif-Corona-Kompass wurde am 09. Februar 2021 im Rahmen unserer Online-Reihe dwif-Impulse präsentiert.

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