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Workshop „Corona – Was nun?“: Herausforderungen für die Tourist Information im Fränkischen Weinland

Montag, 14. Dezember 2020

Die praktischen Erfahrungen aus der gerade unter Corona-Bedingungen beendeten Sommersaison nutzen und aktiv mit neuen Produktkonzepten einen guten Start in die Herbst- und Wintersaison 2020/21 finden, damit beschäftigten sich 21 Touristiker*innen bei einem von uns moderierten Workshop in der Karl-Knauf-Halle in Iphofen auf Initiative des Fränkischen Weinlandes.

dwif moderiert Workshop zu Corna & Torismus im Fränkischen Weinland (Bild: Fränkisches Weinland Tourismus GmbH/Andreas Hub)

Am 19. Oktober 2020 waren wir zu Gast im Fränkischen Weinland. Auf Initiative des Fränkischen Weinlandes kamen 21 Touristiker*innen zu einem Workshop mit dem Titel „Corona- Was nun?“ zusammen. Konzeption und Moderation der Veranstaltung übernahm unsere Kollegin Dr. Andrea Möller.

Auf der Agenda standen spannende Themen und Fragestellungen:

  • Welche touristischen Produkte liefen im „Corona-Sommer“ 2020 gut?
  • Worauf müssen sich alle Akteur*innen im Fränkischen Weinland mit Blick auf die Herbst- und Wintersaison 2020/2021 einstellen?
  • Welche Strategien der Produktentwicklung gibt es und wie machen es andere Destinationen?
  • Brainstorming zu künftigen Produktideen für das Fränkische Weinland
  • Input zu den Zielgruppen des Fränkischen Weinlandes
  • Vertiefte Ausarbeitung der Produktideen

 

Rückblick auf eine außergewöhnliche Saison

Susanne Müller (Geschäftsführerin Fränkisches Weinland) und ihre Kolleg*innen identifizierten für das Jahr 2020 bis August zunächst grundsätzliche Trends, die durch Corona zusätzlich verstärkt wurden sowie Sonderentwicklungen wie beispielsweise die starke einheimische Naherholungsnachfrage in den Lockdown-Monaten April und Mai 2020. Hier dominierten Prospektanfragen aus dem 97er Postleitzahlenbereich.

Fraenkisches Weinland Corona GrafikZuwächse bei den kurzfristigen Onlinebuchungen über das v. a. auf kleinere Vermieter*innen zielende System OBS zeigen, wie sich durch Digitalisierung erfolgreich auf geändertes Buchungsverhalten reagieren lässt. Tourist-Informationen sind also weiterhin gefordert, Anbieter*innen unermüdlich für die Umsetzung der notwendigen Onlinebuchbarkeit zu sensibilisieren.

Digitalisierung und mobil verfügbare Informationen und Inspirationen bei kurzfristigen Reiseplanungen sowie deren Änderungen bestimmen das Gästeverhalten, weshalb Kommunikation über Social Media und strategisches Onlinemarketing weiter an Bedeutung gewinnen. Aus diesem Grund arbeitet das Fränkische Weinland seit dem Frühjahr 2020 mit einer bekannten Kommunikationsagentur zusammen.

Mit Blick auf die verschiedenen Unterkunftsarten, lagen Ferienwohnungen und Wohnmobile in den vergangenen Monaten auch im Fränkischen Weinland in der Gästegunst ganz vorne. Touristische Angebote für die Herbst- und Wintersaison sollten deshalb immer auch attraktive Reiseanlässe rund um diese Unterkunftsformen schaffen.

 

Tourist-Informationen und ihre Mitarbeiter*innen als Kommunikationszentralen gefordert

Was jetzt entscheidend ist: Verlässliche, gebündelte, aktuelle und Sicherheit bietende Informationen, mit welchen Angeboten Gäste unter Corona-Bedingungen im Fränkischen Weinland rechnen können. Unter welchen Umständen können sie anreisen und sich vor Ort bewegen?

Das alles sollte möglichst in Form einer umfassenden Dienstleistung erfolgen, damit sich die Gäste im Gegensatz zu ihrem teilweise belastenden Corona-Alltag so weit wie möglich aufgehoben, geborgen, sicher und unbeschwert fühlen. Sie sollen auftanken, Corona auch ein Stück weit vergessen dürfen und Erlebnisse vorfinden, die Freude und ein Stück „Heile Welt“ vermitteln. Im Umkehrschluss müssen Anbieter*innen und Leistungsträger*innen ihrerseits informiert werden, wie sie in Zusammenarbeit mit Tourist-Informationen, Landratsämtern, Ordnungs- und Gesundheitsämtern eine Corona-konforme Dienstleistung anbieten.

Nachdem die Workshop-Teilnehmer*innen die „Kulturbeflissenen“ und „Lifestyleorientierten“ als Zielgruppen des Weinland mit ihren Vorlieben kennengelernt hatten, tauchten sie selbst mit einer mittäglichen Foto-Safari in deren Bilder-Wertewelten ein. Die architektonischen Kontraste aus mittelalterlich und modern, kleine, aber sehr feine Vinotheken und preisgekrönte sowie Bio-Weine, Galerien, Kunsthandwerk und Landschaftsskulpturen der Weinstadt Iphofen mit Kultur passen v. a. für die „Kulturbeflissenen“ mit dem liberal-intellektuellen Milieu, sprechen aber auch die Performer unter den „Lifestyleorientierten“ an.

 

Fraenkisches Weinland Corona Ergebnisse

 

Feinschliff der Produktideen

Nachmittags stand die weitere Ausarbeitung von ersten Produktideen aus einem Brainstorming vom Vormittag auf dem Programm. Der Schwerpunkt lag dabei auf Ansätzen für das gesamte Weinland, die im gemeinsamen Marketing kommuniziert werden können sowie auf „Learnings“ aus dem Sommerhalbjahr mit Corona.
Bei der Angebotsgestaltung beschleunigt Corona Trends und Herausforderungen, auf die Anbieter*innen ohnehin reagieren müssen. Zeitliche Kontingentierung z. B. in Schwimmbädern können auch zu einer gleichmäßigeren Nachfrageverteilung führen und für alle das Besuchserlebnis verbessern.

Insbesondere die Digitalisierung unterstützt mit kontaktlosen Buchungs- und Zahlungsvorgängen nicht nur die Hygiene, sondern professionalisiert und vereinfacht die dahinterliegenden Prozesse. Diese Konzepte und Technologien umzusetzen hilft also auch für die Nach-Corona-Zeit. Trotzdem gilt natürlich: die Wertschöpfungsbilanz muss stimmen. Zu niedrige Corona-bedingte Kapazitätsauslastungen z. B. in der Gastronomie – sei es durch Limitierung der Personenanzahl oder fehlende Frequenz infolge eines Lockdowns – sind wirtschaftlich ruinös.

 

Worauf einigten sich die Teilnehmer*innen für die Herbst-Winter-Saison 2020/21?

Angebote zeitlich entzerren und die Saison ausweiten

Beim Thema Saison hat Corona in vielen Destinationen zu einem Umdenken geführt und die bisher vor allem diskutierte Saisonverlängerung unmittelbar in die Umsetzung gebracht. So wirbt beispielsweise der Chiemgau mit „der längsten Saison aller Zeiten“ und weitet seinen Radl- und Wanderherbst mit regelmäßigen Angeboten bis in den November hinein aus. Ähnliches plant nun das gesamte Weinland nach dem Vorbild des Volkacher „Geschichtswägele“ mit einem kontinuierlichen Führungs- und Wanderangebots bis März 2021.

 

Weihnachtserlebnisse digitalisieren

In Zeiten, wo die Durchführung klassischer Weihnachtsmärkte anspruchsvoll und unsicher ist, soll ein digitaler Adventskalender Einheimische und Gäste für das Weinland begeistern, kleine Ersatzerlebnisse kreieren und zur Interaktion mit den Gästen führen.

 

Mehrwerte schaffen durch flächendeckende Bündelung

Während insbesondere das Weihnachtsangebot (digitaler Adventskalender), aber auch das verlässliche Erlebnisangebot ab Herbst erarbeitet werden, wollen sich die Weinländer Akteur*innen beim Entdeckungs- und Erlebnispass Fränkisches Weinland noch etwas Zeit lassen. Geplant ist, die vielen verstreut liegenden Attraktionen bis zum Frühjahr 2021 in einem Angebot ansprechend zu bündeln.

Der Entdeckungs- und Erlebnispass soll Gäste, Tagesbesucher*innen und Bevölkerung zu Wanderungen und Spaziergängen rund um erlebenswerte Anlässe wie z. B. „terroir f”-Standorte einladen, wenn es wieder wärmer wird. Terroir f-Standorte bieten jeweils einen herrlichen Blick über die Landschaft des Fränkischen Weinlands, Natur verschmilzt mit Landschaftsarchitektur, Kunst und Weinkultur und jedes „terroir f” widmet sich einem speziellen Weinthema.

 

Zusätzliche Wertschöpfung für Winzer, Gastronomie und Manufakturen

Wertschöpfungssteigerungen entstehen beispielsweise, wenn Erlebnisse mit Kulinarik abgerundet werden. „Picknickkörbe To Go“ oder mit Lieferung zum Rastplatz, Weinpakete ergänzt um regionale Produkte und Rezepte, Führungen mit Glühweinausschank und Zwetschengenlebkuchen bis hin zum Online-Kochkurs mit Weinverkostung zuhause – das alles gibt es schon im Fränkischen Weinland, aber es dürften gerne noch weitere flächendeckende Angebote dazu kommen. Die konkreten Vernetzungen der Akteur*innen müssen die örtlichen Tourismusstellen immer wieder aktiv anschieben. Die lokalen Wein-Kulinarik-Angebote haben perspektivisch dann auch ihren festen Platz im Weinland-Marketing, denn gut Essen und Trinken sind essenzielle Gästebedürfnisse in dieser Genussregion und tragen maßgeblich zu ihrem Profil bei.

Informationen zu Direktvermarktern und besonderen kulinarischen Angeboten sollten natürlich auch digital in Verbindung mit Traumpfaden und Weinlandtouren in den entsprechenden Tourenportalen vorhanden sein. Auch diese Aufgabe nahmen die Touristiker*innen nach erfolgreicher Veranstaltung ebenso mit, wie die Erfordernis Vermieter*innen für die Onlinebuchbarkeit zu sensibilisieren.

 

Ein Workshop-Tag voller Inspiration & Freude

Moderator*innen, Geschäftsführerin und anwesenden Touristiker*innen war die Freude anzumerken, sich wieder einmal in großer Runde und dabei trotzdem natürlich „Corona-konform“ treffen zu dürfen. Der Workshop-Tag zeigt, dass es trotz erschwerter Bedingungen wichtig ist, weiterhin auch analoge Treffen möglich zu machen.

 

Fraenkisches Weinland Corona Impressionen

 


 

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