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Ökonomischer Faktencheck Freizeit-/Kultureinrichtungen & Großveranstaltungen in Sachsen

Dienstag, 26. November 2019

Im Auftrag der Industrie- und Handelskammern Chemnitz, Dresden und Leipzig haben wir in den vergangenen Monaten die wirtschaftliche Bedeutung von Kultur-/Freizeiteinrichtungen und Großveranstaltungen untersucht.

Die Ergebnisse u.a. zu Besuchervolumen, Besucherstruktur, Eintrittserlösen und Einkommenseffekten auf andere Branchen belegen eindrucksvoll: Die Kultur- und Freizeitwirtschaft ist ein wesentlicher Treiber für den Tourismus in den Regionen mit ökonomischen Effekten, die weit über die erzielten Eintrittserlöse hinausgehen. Insbesondere Hotellerie und Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistungssektor profitieren direkt.

dwif-Studie: Ökonomischer Faktencheck Freizeit-/Kultureinrichtungen & Großveranstaltungen in Sachsen (Bild: dwif)
Dr. Manfred Zeiner bei der Ergebnispräsentation für den IHK-Bezirk Leipzig am 13. November 2019 in der Erlebniswelt Gondwanaland des Leipziger Zoos. (Foto: dwif)

850 Freizeit-/Kultureinrichtungen & 280 Großveranstaltungen befragt

Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft stellt zweifellos in allen drei sächsischen IHK-Bezirken eine der tragenden Säulen der Wirtschaft dar.

Allerdings liegen für diesen Teilbereich der Wirtschaft – im Gegensatz zu vielen anderen Branchen – keine detaillierten Zahlen und Fakten vor. Grund hierfür ist unter anderem die Tatsache, dass sich der Tourismus als klassische Querschnittsbranche einer eindimensionalen Zuordnung zu einem Wirtschaftszweig entzieht. Die vom Tourismus und der Freizeitwirtschaft profitierenden Unternehmen finden sich in vielen Branchen wieder.

Dieses Defizit wurde nun mit den Untersuchungen zur wirtschaftlichen Bedeutung der Freizeitwirtschaft behoben, wofür insgesamt mehr als 850 Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie rund 280 Großveranstaltungen in den drei IHK-Bezirken des Freistaats befragt wurden.

Neben Besucherzahlen und Eintrittserlösen, um die es im Kern ging, wurden durch uns die Herkunft der Besucher, die Einschätzung der Geschäftslage, getätigte und geplante Investitionen und etwaige Investitionshindernisse abgefragt.

Fokus IHK-Bezirk Leipzig

Oekonomischer Faktencheck dwif Leipzig CoverDie Tourismus- und Freizeitwirtschaft ist eine wichtige Säule der Wirtschaftsregion Leipzig und von Dynamik geprägt. Rund 16 Mio. Besucher*innen jährlich zählen die tourismusrelevanten Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Großveranstaltungen in der Region Leipzig.

Die dadurch erzielten Gesamtumsätze summieren sich auf über 470 Mio.Euro – davon sind rund 180 Mio. Euro unmittelbare Eintrittserlöse, weitere gut 232 Millionen Euro fließen dem Gastgewerbe, Einzelhandel und Dienstleistern zu.

Studie als kostenfreier Download

 

Ausgewählte Ergebnisse der Studie im Überblick

Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Großveranstaltungen in Sachsen lassen auch in der Hotellerie und Gastronomie, dem Einzelhandel und vielen weiteren Dienstleistungsbereichen kräftig die Kassen klingeln.

Besucher der Freizeiteinrichtungen geben außerhalb der Einrichtungen noch einmal rund doppelt so viel aus, bei Veranstaltungen übersteigen die zusätzlichen Ausgaben die Eintritte sogar um mehr als das Vierfache.

In Sachsen ist der Kreis derer, die von einer florierenden Freizeit- und Veranstaltungsbranche profitierenden entsprechend groß. Und das soll sich auch in Zukunft nicht ändern. Seitens der befragten Einrichtungen und Veranstaltungen besteht jedenfalls großer Optimismus, dass kräftige Investitionen und Modernisierungen auch weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten werden.

Investitionshemmnisse werden allenfalls im bereits heute spürbaren Fachkräftemangel, in behördlichen Auflagen und fehlenden Förderprogrammen gesehen. Diese Vorbehalte gilt es zu überwinden.

 

Fokus IHK-Bezirk Dresden

  • Die Kultur- und Freizeiteinrichtungen im IHK-Bezirk Dresden verzeichnen pro Jahr Eintrittserlöse in Höhe von etwa 160 Mio. Euro, Veranstaltungen erlösen weitere 23 Mio. Euro.
  • Theater und Musikhäuser generieren die höchsten Pro-Kopf-Einnahmen und tragen ein Drittel aller Erlöse bei, im Bereich Veranstaltungen sind es Musikveranstaltungen und Konzerte, auf die sogar ein Anteil von zwei Drittel entfällt.
  • Die Einrichtungen im IHK-Bezirk Dresden werden jährlich von etwa 20 Mio. Gästen besucht, bei Veranstaltungen sind es etwa 5,5 Mio. Besucher*innen.
  • Die meisten Besucher*innen interessieren sich für Baudenkmäler und historische Bauwerke. Hierbei ist zu erwähnen, dass ein Fünftel dieser Einrichtungen keine Eintrittsgelder erheben.

Fokus IHK-Bezirk Chemnitz

  • Der Untersuchung zufolge besuchen etwa 11 Mio. Gäste (62 Prozent Tagesbesucher*innen, 14 Prozent Übernachtungsgäste und 24 Prozent Einheimische) im Jahr die Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Kammerbezirk der IHK Chemnitz.
  • Hinzu kommen weitere 4 Mio. Besucher*innen von Veranstaltungen. Tagesbesucher*innen interessieren sich besonders für Zoos/Tierparks (74 Prozent), Erlebniseinrichtungen (76 Prozent) sowie für Musik- und Konzertveranstaltungen (65 Prozent).
  • Bei Übernachtungsgästen stehen Besuche von Museen, Ausstellungen (19 Prozent) und Fahrten mit Schmalspurbahnen (29 Prozent) hoch im Kurs.
  • Musikveranstaltungen und Konzerte (23 Prozent) sind ebenfalls bei den Übernachtungsgästen angesagt.
  • Die einheimische Bevölkerung besucht dagegen gern Stadtfeste und Märkte (43 Prozent) sowie die Theater und Musikhäuser (52 Prozent), aber auch die Sport- und Konzertveranstaltungen (47 Prozent).

 

Wegweisende Handlungsempfehlungen

Gemeinsam mit dem begleitenden Projektbeirat haben wir zudem praxisnahe Handlungsempfehlungen entwickelt. Adressiert an Politik und Verwaltung, sowie an Fachverbände und nicht zuletzt an die Unternehmen selbst, zeigen diese Vorschläge auf, wie der Standort Sachsen auch in Zukunft eine Premiumdestination für Freizeit und Erholung bleiben kann.

Eine Gesamtdarstellung der Untersuchungsergebnisse für den Freistaat Sachsen ist für Anfang 2020 geplant. 

 

Informationen zu unserem Ökonomischen Faktencheck

dwif Oekonomischer Faktencheck TeaserWir analysieren, welche Wertschöpfung ihre Freizeitangebote (z. B. Rad- oder Wanderwege, Bäder und Freizeitparks) in der Region auslösen und erstellen eine Erfolgsbilanz vergangener Events.

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