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Das war unser dwif-Impuls: Workation – Medienhype oder relevantes Marktsegment?

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Am 11. Oktober 2022 war es wieder so weit: Die dwif-Impulse starteten in die nächste Runde. Unsere Kolleg*innen Markus Seibold und Milena Pippert diskutierten gemeinsam mit ihren Gästen Carina Matscher (Pension Feldgärtenhof in Schlanders/Südtirol/CoworkationALPS e. V.), Ramona Riederer (Allgäu GmbH) und Thomas Wick (cobaas GmbH) über das facettenreiche Segment (Co-)Workation.

Gemeinsam ordneten sie das Marktsegment inhaltlich ein, beleuchteten die Zielgruppe und das Nachfragepotenzial, den Umgang von Tourismusbranche und Betrieben mit dem Thema und benannten wichtige Erfolgsfaktoren.

Sie haben unseren dwif-Impuls verpasst? Kein Problem – das Video ist bereits online!

dwif-Impulse: Workation – Medienhype oder relevantes Marktsegment?
Video unseres dwif-Impulses jetzt verfügbar!

Worum ging es eigentlich genau?

Worin liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Workation, Co-Workation, Co-Working? Workation ist eine Hybridversion aus Urlaub und Arbeiten. Eine Workation kann auf unterschiedlichste Art und Wiese durchgeführt werden: So kann hierfür beispielsweise ein Arbeitsplatz im eigenen Hotelzimmer oder einer Ferienwohnung genutzt werden, oder in einem speziellen Retreat oder in einer Verbindung von Unterkunft und Arbeiten im Coworking Space verbracht werden.

In einem Coworking Space kann dann gemeinsam mit anderen Workationer*innen oder Einheimischen unterschiedlicher Professionen in gemeinsamen Räumen gearbeitet und Networking betrieben und im Anschluss daran, das umfangreiche Freizeitangebot der Region genutzt werden.

Im Falle der letzten beiden Beispiele spricht man dann gemeinhin von einer sog. „Co-Workation“. Die Beispiele zeigen: Workation an sich ist nicht neu. In den vergangenen Jahren hat dieses Segment jedoch nicht zuletzt aufgrund der mit der Covid19-Pandemie verbundenen gesellschaftlichen Entwicklungen eine große Dynamik erfahren und an Facettenreichtum gewonnen.

 

dwif Impulse Workation – Medienhype oder relevantes Marktsegment?

 

Gesellschaft im Wandel macht Workation zunehmend möglich

Vor allem die zunehmende Digitalisierung führt dazu, dass immer mehr Menschen ihrer Arbeit orts- und zeitunabhängig nachgehen können. Corona hat das Arbeiten jenseits des Arbeitsplatzes im Büro für viele zur Selbstverständlichkeit gemacht. New Work Modelle geben Arbeitnehmer*innen mehr Flexibilität bei der Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung. Die Zahl der Coworking Spaces ist als Ausdruck dieser Entwicklung in den letzten Jahren stark gestiegen – nicht nur in den Städten, sondern zunehmend auch im ländlichen Raum.

Angesichts der beschriebenen Entwicklungen ist der Schritt zur Verbindung von Arbeiten an einem ganz anderen Ort als dem Büro oder dem Home Office nicht mehr weit. Dies bestätigen auch aktuelle Umfragen: 55 Prozent der Deutschen arbeiten lieber an einem Urlaubsort als zu Hause, und 30 Prozent sind der Meinung, dass sie eine Workation entspannter, produktiver und glücklicher machen würde.

Die Bereitschaft zu und damit das Nachfragepotenzial für Arbeiten in attraktiven Tourismusdestinationen sind beachtlich. Immer mehr Betriebe ermöglichen daher nicht nur ihren bestehenden Mitarbeiter*innen eine Workation im Sinne der Steigerung der Produktivität und der Arbeitsplatzzufriedenheit, sondern nutzen das neue Firmen-Mindset auch, um Fachkräfte anzuwerben.


Beträchtliches Potenzial für Co-Workation in Deutschland

Thomas WickFür Thomas Wick (cobaas GmbH) ist Workation jedoch ein bereits stark verwässerter Begriff. Arbeiten im Hotelzimmer ist und bleibt für ihn arbeiten im Hotelzimmer und keine Workation. Hierfür bedarf es seiner Überzeugung nach einer sauberen Trennung von Arbeiten und Wohnen, die z. B. in einem Coworking Space gewährleistet sei. Zudem spiele das Management des Coworking Spaces und der Community-Aspekt eine ganz entscheidende Rolle für den Erfolg.

So seien die Vernetzungsmöglichkeit der Coworker*innen und gemeinsame Veranstaltungen von großer Bedeutung für eine gelungene Co-Workation.

Das Potenzial für Co-Workations ist jüngsten Umfragen zufolge beträchtlich: 19 Prozent der Berufstätigen in Deutschland und 30 Prozent der Unternehmen kennen bereits das Konzept von Co-Workation, und jeweils ca. 20 Prozent können sich auch grundsätzlich vorstellen, eine Co-Workation zu machen oder zu unterstützen. Dies haben zahlreiche Anbieter*innen erkannt, weshalb die Zahl der Co-Workation-Angebote stetig zunimmt. So listet die CoworkingMap derzeit beispielsweise 42 Co-Workation-Anbieter im DACH-Raum.

 

Carina MatscherUm Co-Workation-Anbieter*innen zu bündeln und das Segment zu stärken, gründete sich im Alpenraum das Netzwerk CoworkationALPS. Carina Matscher (Pension Feldgärtenhof Südtirol/CoworkingALPS e. V.), Vorstandsmitglied des Vereins, sieht sehr großes Potenzial für das Thema Co-Workation im Allgemeinen und im Speziellen für den Alpenraum, da dort bereits eine gute Infrastruktur, viele Coworking Spaces und viele Freizeitangebote vorhanden sind.

Nicht zuletzt aufgrund der Lobbyarbeit des Vereins und aufgrund von durchgeführten Veranstaltungen kann sie davon berichten, dass immer mehr Privatpersonen, Betriebe, Gemeinden und Regionen auf das Thema aufmerksam werden und in ihrem Betrieb oder beim Netzwerk nachfragen. Gleichzeitig sei es wichtig, einer Verwässerung des Angebots entgegenzuwirken. Daher entwickelte der CoworkingALPS e. V. ein eigenes Gütesiegel zur Qualitätssicherung von Co-Workation-Angeboten, welches ab November 2022 zum Einsatz kommen wird.

 

 

Ramona RiedererAuch Destinationen wie das Allgäu haben das Potenzial von Co-Workation für sich erkannt und eigene Strategien zur Bündelung des Angebots und zur Förderung und Weiterentwicklung des Segments entwickelt.

Ramona Riederer (Allgäu GmbH) ist der Meinung, dass das Konzept Co-Workation für jede Region erfolgversprechend sein kann, wenn alle Partner*innen in der Region eingebunden werden, Tourismus, Wirtschaftsförderung, Standortmarketing und Regionalentwicklung miteinander kooperieren, vorhandene Netzwerke genutzt und gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt werden. Nur durch die Zusammenarbeit aller kann dann ein Mehrwehrt für die Region als Ganzes geschaffen werden.

 

Herzlichen Dank an unsere Gäste und alle, die live dabei waren! Und...

wenn Sie unseren dwif-Impuls nicht live verfolgen konnten, jetzt aber Lust bekommen haben, sich die spannende Diskussion in voller Länge anzusehen, schauen Sie einfach auf unserem YouTube-Kanal vorbei. Dort finden Sie auch die Aufzeichnungen der bisherigen Events dieser Reihe, wie beispielsweise „Dem Camping-Boom auf der Spur“, „Die TI als Flagshipstore", „Agilität & Resilienz im Tourismus", „Gästelenkung", „Qualitätsmanagement im Tourismus", „KPIs und ihr Einsatz in der Praxis“ oder „Leuchtturmprojekte als Impuls für die Region“.

 

Hier geht's zum Video "Workation"

dwif-Impulse: Workation – Medienhype oder relevantes Marktsegment

 


MEHR ERFAHREN


 

dwif: Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein Workation CoverWeitere Informationen

zum Thema finden Sie auch im Jahresbericht 2022 des Sparkassen-Tourismusbarometer Schleswig-Holstein, das auf das Thema „Workation“ besonderes Augenmerk gerichtet hat.

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