Netzwerke als hilfreiche Unterstützung bei der Krisenbewältigung im Tourismus

Im Rahmen der Sparkassen-Tourismusbarometer beschäftigen wir uns in diesem Jahr mit der Fragestellung, wie sich der Tourismus in anspruchsvollen (Corona-)Zeiten erfolgreich steuern lässt. Was bewegt die Tourismusorganisationen in der Krise? Wie sieht die Situation in den Betrieben aus? Und wie steuert man Betriebe und Destinationen aktiv und dauerhaft in die Zukunft? Erkenntnisse dazu liefert u. a. eine Befragung der Tourismusorganisationen (DMO) in neun Bundesländern.

dwif Zahl der Woche: dwif Zahl der Woche: Netzwerke als hilfreiche Unterstützung bei der Krisenbewältigung im Tourismus (Bild: freepik)

 

Krisenerfahrung teilweise bereits vorhanden

Die aktuelle Krise ist nicht die erste, in der sich der Tourismus behaupten muss. Im Rahmen einer DMO-Befragung in neun Bundesländern gab knapp jede dritte befragte Organisation an, dass sie bereits vor der Corona-Pandemie mit Krisen konfrontiert war.

Dazu zählten insbesondere Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Stürme sowie finanzielle Probleme und Personalmangel. Den Nutzen dieser früheren Erfahrungen für die aktuelle Krise bewerten die Organisationen unterschiedlich: Knapp die Hälfte gibt an, dass sie dadurch etwas gelernt haben, das ihnen in der in der aktuellen Situation weiterhilft. Sie wissen daher beispielsweise, dass es hilft, positiv zu denken, aktiv am Problem zu arbeiten und kennen die Bedeutung von Zusammenhalt und Gemeinschaft in derartig herausfordernden Situationen.

Dagegen verweist die andere Hälfte der Befragten darauf, dass die Corona-Pandemie so anders ist als frühere Krisen, dass ihnen bisherige Erfahrungen in dieser besonderen Lage nicht weiterhelfen.

 

Netzwerke sind unerlässlich

Eines zeigt sich ganz deutlich: Funktionierende Netzwerke sind auch und vor allem in Krisenzeiten unerlässlich. Sie unterstützen beim Austausch aktueller Informationen, geben neue Impulse, ermöglichen eine gute Abstimmung untereinander und – nicht zu unterschätzen – sie tragen dazu bei, sich in der Krise nicht allein zu fühlen.

Knapp neun von zehn Touristiker*innen sehen in ihren Netzwerken eine hilfreiche Unterstützung bei der Krisenbewältigung. Rund die Hälfte der befragten Organisationen hat ihr Netzwerk in der Corona-Pandemie erweitert, meist innerhalb der Branche. Potenziale gibt es nach wie vor im Ausbau der Beziehungen zu anderen Akteursgruppen wie dem Einzelhandel, der IT-Branche und insbesondere der Politik und der Verwaltung sowie der Standort- und Regionalentwicklung.

 

Krisen können auch Chancen bieten: Entwicklung neuer Aktivitäten

Trotz der nicht zu übersehenden negativen Auswirkungen erkennen die Tourismusorganisationen in der aktuellen Krise auch positive Effekte auf ihre eigene Organisation. Sie konnten in dieser Situation einerseits diverse Arbeiten im Hintergrund erledigen und sich auf die neue Saison vorbereiten.

Andererseits bestand durch diesen abrupten Stopp in der täglichen Arbeitsroutine die Chance, bisherige Arbeitsweisen und bewährte Gewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen. Damit hat die Corona-Pandemie erheblich dazu beigetragen, dass bislang übliche Messeteilnahmen und Printprodukte hinterfragt und reduziert oder sogar komplett eingestellt wurden.

Einen deutlichen Schub gab es dagegen für die (interne und externe) Digitalisierung der Organisationen. Und statt einer Präsenzpflicht im Büro ermöglichen sie vielfach auch künftig flexible Arbeitszeitmodelle mit digitalem und mobilem Arbeiten. Darüber hinaus arbeiten die Verantwortlichen teilweise daran, Veranstaltungskonzepte so anzupassen, dass sie auch unter pandemischen Bedingungen stattfinden können.

Neben den bestehenden Aktivitäten gleichzeitig Neues zu entwickeln ist für 35 Prozent der Tourismusorganisationen jedoch herausfordernd. Dies lässt sich in erster Linie auf einen Mangel an personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen zurückführen.

 

ZDW Corona Tourismusbarometer 2021 Resilienz

 

Krise als Anstoß für Change

Neben den akuten Maßnahmen und den schrittweisen Anpassungen gibt die Corona-Pandemie für eine deutliche Mehrheit der Tourismusorganisationen den Anstoß zu einem umfassenden Wandel. Hier geht es in vor allem um inhaltliche Veränderungen wie Markenbildung, Positionierung, neue Produkte, Nachhaltigkeit oder Digitalisierung.

Doch auch organisatorisch sorgt die Pandemie für einen Change in vielen Organisationen. Treibende Kräfte und Unterstützer dieser Prozesse sind insbesondere die Menschen in den Organisationen: die Leitungsebene und das Team. Auch die Anforderungen der Gäste und die technischen Möglichkeiten befördern diese Entwicklung, während vor allem rechtliche, administrative und technische Grenzen sowie politische Entscheidungsträger*innen Hemmnisse bilden.

Die Corona-Pandemie zeigt: Anpassungsfähigkeit, Veränderungsbereitschaft und Widerstandsfähigkeit sind zentrale Erfolgsfaktoren für Betriebe und Tourismusorganisationen. Damit kommt man sehr schnell zum Begriff „Resilienz". Wie wir eine Situation bewältigen, hängt von unserer psychischen Widerstandskraft ab, der Widerstandskraft unserer Seele, mit anderen Worten: von unserer Resilienz.

Übertragen in die Welt der Unternehmen und Organisationen meint Resilienz die Kraft bzw. Kompetenz für ein langfristiges Bestehen (im Markt), auch und gerade in Krisenzeiten.

Im Rahmen des OSV-Pre-Openings der digitaIen ITB Anfang März erläuterten Lars Bengsch und Karsten Heinsohn, was das genau für Tourismusorganisationen und Betriebe bedeutet und definierten Erfolgsfaktoren für resiliente Tourismusorganisationen und Destinationen.

Hier geht's zum Video der Präsentation und der Kurzfassung der zentralen Ergebnisse:

 

Tourismus mit & nach Corona – alles neu, alles anders?

Sparkassen-Tourismusbarometer OSV 2021: Corona

Das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer zeigt: Die Corona-Krise hat die gute Entwicklung des Tourismus der vergangenen Jahre ausgebremst und die Betriebe und Freizeiteinrichtungen zum Teil schwer beeinträchtigt. Gleichzeitig hat sie notwendige Entwicklungen ausgelöst und beschleunigt.

Die Ergebnisse wurden am 04. März 2021 beim OSV-Pre-Opening der digitalen ITB 2021 vorgestellt. Fazit: Unsere Branche kann Krise, aber sie braucht weiterhin Unterstützung und Perspektiven bei ihrer Bewältigung!

Für alle, die nicht dabei sein konnten, haben wir die wesentlichen Fakten hier noch einmal kurz & knackig zusammengefasst... und auch das Video ist jetzt verfügbar!

Ich möchte mehr erfahren!

 


 

Kennen Sie unseren dwif-Corona-Kompass?

Deutschlandtourismus muss Umsatzausfälle von 69 Milliarden Euro zwischen März bis Dezember 2020 verkraften.Wie hoch sind die Umsatzausfälle im Tourismus für 2020 durch die Corona-Pandemie in Deutschland? Wen trifft die Krise wie stark und was gilt es jetzt zu tun?

Mit unserem dwif-Corona-Kompass geben wir der Tourismusbranche seit Beginn der Pandemie regelmäßig nutzenstiftende Fakten zu den Auswirkungen der Corona-Krise an die Hand und richten den Blick in die Zukunft. 

Das Update des dwif-Corona-Kompass wurde am 09. Februar 2021 im Rahmen unserer Online-Reihe dwif-Impulse präsentiert.

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