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Online-Trio im Erzgebirge: Betriebsoptimierung – Qualitätsmanagement – Nachhaltigkeit

Mittwoch, 23. Februar 2022

Im Auftrag des Tourismusverband Erzgebirge (TVE) gestalteten wir Anfang Februar 2022 eine dreiteilige Online-Reihe. Unsere Kolleg*innen Heiko Rainer, Dajana Rosenkranz, Rebecca Schwerdt, Karsten Heinsohn und Michael Dobmann diskutierten mit Praktiker*innen und Mitgliedern des TVE aktuelle Branchenthemen. Unsere Learnings aus den virtuellen Veranstaltungen haben wir für Sie zusammengefasst.

dwif: Online-Trio im Erzgebirge: Betriebsoptimierung – Qualitätsmanagement – Nachhaltigkeit (Bild: Bild: Tourismusverband Erzgebirge e.V.)
Unsere Learnings für Sie zusammengefasst

Eine spannende Woche liegt hinter uns. Im Auftrag des Tourismusverband Erzgebirge (TVE) gestalteten wir Anfang Februar 2022 eine Online-Reihe zu gleich drei wichtigen Branchenthemen: Betriebsoptimierung – Qualitätsmanagement – Nachhaltigkeit. Die wesentlichen Erkenntnisse haben wir für Sie noch einmal kurz und knackig auf den Punkt gebracht.

 

Thema 1: Betriebsoptimierung im Gastgewerbe

Die erste Online-Veranstaltung mit dem Titel „Betriebsoptimierung im Gastgewerbe“ fokussierte sich auf die Frage, welche kleinen und großen Maßnahmen Betriebe ergreifen können, um sich zukunftsfit aufzustellen.

Online-Reihe Erzgebirge dwif IUnsere aktuellen Befragungsergebnisse aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer machten deutlich, welche Themen die Betriebe im vergangenen Jahr verstärkt umgetrieben haben:

Optimieren, Reduzieren und Fokussieren

Neben der Umsetzung von Hygienekonzepten haben die Betriebe die Zeit genutzt, um Modernisierung und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen, wenngleich der finanzielle Handlungsspielraum häufig eingeschränkt war und ist. Die Betriebe haben Strukturen und Prozesse verbessert, Verträge mit Lieferant*innen, Energieanbieter*innen etc überprüft, Mitarbeiter*innen-Schulungen durchgeführt und unprofitable Geschäftsfelder gestrichen. Einige mussten ihre strategische Ausrichtung (Positionierung, Zielgruppen etc.) überarbeiten, unter anderem weil wichtige Quellmärkte eingebrochen sind.

Das Thema Betriebsoptimierung beschäftigt sich demnach einerseits mit Optimierungsmaßnahmen zur Kostenreduktion und anderseits mit Verbesserungen der Einnahmensituation.

Digitalisierung von Prozessen und Einsatz intelligenter Technik

Kostenersparnisse lassen sich unter anderem durch die Digitalisierung interner Prozesse erzielen. Die Vernetzung des Betriebes und der Einsatz intelligenter Technik (z. B. in der Küche) spart Zeit, Geld und kompensiert in Teilen fehlende Arbeitskräfte. Beim Service am Gast ist hingegen weiterhin der Mensch entscheidend. Jan-Peter Wulf verweist in diesem Zusammenhang auf den fünfteiligen Blogbeitrag zum Thema Digitalisierung der Gastronomie.
Auch beim Thema Energie lohnt eine Überprüfung. Der DEHOGA bietet hierzu zahlreiche Checklisten und Leitfäden.

Für bestmöglichen Arbeitsbedingungen sorgen

Neben aller Optimierung und Technik: Tourismus, das Gastgeben, wird maßgeblich vom Faktor Mensch bestimmt. Servicequalität in diesem Zusammenhang entscheidend. Zufriedene und kompetente Mitarbeiter*innen leisten hervorragende Arbeit und tragen damit wesentlich zur Einnahmesituation bei. Kosteneinsparungen sind entsprechend wenig zielführend – im Gegenteil: Monetäre Anreizsysteme wie Prämien, regelmäßige Gehaltserhöhungen, Sonderzahlungen etc. haben an zentraler Bedeutung gewonnen. Doch das allein reicht nicht, um fähige Kräfte zu gewinnen und zu binden.

Vereinbarkeit und Job und Beruf, Anerkennung, Wertschätzung, Kompetenzförderungen und ein gutes Betriebsklima werden darüber hinaus immer entscheidender. Das Bewusstsein die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter*innen zu verbessern, ist bei Markus Fränkle, Hoteldirektor Der Blaue Reiter, längst geweckt. Er hat nicht nur eine 4-Tage-Woche mit 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich in seinem Betrieb eingeführt, sondern verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz beim Thema Fachkräftesicherung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Betriebsberatung


Thema 2: Qualitätsmanagement in Destinationen

In Runde 2 drehte sich alles um das Thema Qualität. In bewegten Zeiten wie diesen, in denen die Auswirkungen der Corona-Pandemie gerade im Hinblick auf den Tourismus so viel Vertrautes und Bewährtes schlagartig auf den Kopf gestellt haben, fällt es schwer, sich mit voller Kraft Themen wie der Qualitätssteigerung zu widmen.

Viele Betriebe bewegen andere Sorgen, als sich derzeit ausführlich mit der Zufriedenheit ihrer Gäste zu beschäftigen. Existenzen standen und stehen durch die Corona-Pandemie auf dem Spiel, liquide Mittel werden knapper. Doch weil das Reisen ein Herzensthema ist, werden die Gäste auch künftig ihre Qualitätserwartungen nicht zurückschrauben.

Qualitätsmanagement wichtiger denn je

Qualitätssicherung und -steigerung sind deshalb zweifelsohne zentrale Mittel, um Gäste mit herausragenden Leistungen zu überzeugen und dauerhaft an sich zu binden. Gästewünsche kompetent, schnell und freundlich zu erfüllen ist die Basis für eine erfolgreiche Existenz am Markt. Qualitätsmanagement soll die notwendige Professionalisierung der mittelständisch geprägten Anbieter im Erzgebirge und im Deutschland-Tourismus generell vorantreiben und sie fit für den Wettbewerb machen.

Online-Reihe Erzgebirge dwif IINach einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung der Deutschen im Rahmen eines Forschungsprojektes gemeinsam mit dem Deutschen Tourismusverband e.V. vertrauen Gäste Qualitätsinitiativen (DEHOGA-Sterne, DTV-Klassifizierung etc.) mehr, als den Bewertungen auf Online-Portalen, allerdings nähern sich die Werte immer weiter an. Gleichzeitig haben gute Bewertungen einen höheren Einfluss auf die Buchungswahrscheinlichkeit als die Zertifizierung einer Unterkunft. Ein Widerspruch? Nein – das Problem ist schlichtweg, dass die bestehenden Qualitätsinitiativen für den Gast in seiner Buchungsstrecke kaum sichtbar sind.

So wie Gäste suchen und buchen, wird ihnen häufig gar nicht bewusst, ob ein Betrieb eine Klassifizierung hat, dass er gute Bewertungen hat, aber sehr wohl. Digitale Sichtbarkeit ist das Maß der Dinge. Die Qualitätsinitiativen im Deutschland-Tourismus sollten deshalb die eigene Positionierung schärfen und die eigene Vertriebsrelevanz kritisch hinterfragen. Zudem wünschen sich die Gäste eine stärkere Berücksichtigung von Service-Kriterien, Sauberkeit und Hygiene sowie der Beurteilung zu Alter und Zustand der Ausstattung im Rahmen von Qualitätsinitiativen.

Mehr zum Thema Qualitätsmanagement


Thema 3: Nachhaltigkeit als Chance für Betriebe

Im der dritten Online-Veranstaltung des TVE ging es um das Thema Nachhaltigkeit als Chance für Betriebe aus. Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein Modewort. Das Sinus-Milieu der Neo-Ökologischen steht für einen Umwelt- und klimabewussten Lebensstil und fast jede*r zehnte Deutsche gehört schon jetzt dazu, Tendenz steigend.

Nachhaltigkeit ist ein Qualitätsmerkmal

Online-Reihe Erzgebirge dwif IIIDie Mehrheit der Deutschen möchte Studien zufolge nachhaltige Unterkünfte buchen und sind auch bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen: Zum Beispiel für ökologisch zertifiziertes Essen oder für höhere Löhne der Mitarbeitenden. Solange Anbietende transparent und offen kommunizieren, warum eigene Preise erhöht werden bzw. dass damit eine Qualitätsverbesserung einhergeht und wer davon profitiert (Umwelt, Mitarbeitende etc.), kann zunehmend auf das Verständnis und die Zahlungsbereitschaft der Gäste gesetzt werden.

Was kann ich tun, um nachhaltiger zu werden?

Bevor Betriebsinhaber*innen in die Umsetzung gehen, müssen sie wissen, wo sie stehen und wo sie hinwollen. Nachhaltigkeit als Querschnittsthema zieht sich durch alle Bereiche, was aber nicht bedeutet, dass keine individuellen Schwerpunkte gesetzt werden können (z. B. Inklusion, Regionalität, Klimapositivität). Wichtig ist es, die Mitarbeitenden regelmäßig zu schulen, denn sie sind es, die vieles davon im Kontakt mit dem Gast umsetzen.

Unsere Gäste Jonas Mog vom ahead burghotel und der Energieberater Andreas Koch von blueContec GmbH bestätigten, dass man sowohl Gäste als auch Mitarbeitende am besten mit dem „Warum“ überzeugt.

Ganz konkret können beispielsweise folgende Maßnahmen im Betrieb umgesetzt werden:

  • LEDs anstatt Glühbirnen und Leuchtstoffröhren – nicht nur in den Zimmern, sondern auch in Küche, Büro etc.
  • Energieeffizienz der Geräte beachten, besonders in der Küche sind wenige Geräte für hohen Verbrauch verantwortlich – auch die Wartung und Reinigung spart Geld.
  • Energiemanagement-Software in den Zimmern kann die Energiekosten um knapp 30 Prozent reduzieren.
  • Wassersparende Duschen können den Wasserverbrauch um bis zu 60 Prozent reduzieren, ohne dass der Gast ein anderes Duscherlebnis hat.
  • Zimmerreinigung durch den Gast abbestellen lassen oder nur auf Wunsch putzen.

Wichtig ist jedoch: Jonas Mog macht deutlich, dass Mitarbeitende schwieriger zu bekommen sind als Gäste. Anerkennung und Wertschätzung sind zentrale Werkzeuge. Und zum Schluss noch ein Tipp von Andreas Koch: Sowohl die Energieberatung als auch die Umsetzungen einzelner Maßnahmen sind förderfähig. Inhaber*innen bleiben also nicht auf allen Kosten sitzen.

Alle Videos Zukunftsthemen im Tourismus zum "Nachsehen"

Die Videos der Online-Reihe stehen ab jetzt online auf der Website des Tourismusverband Erzgebirge e.V. zur Verfügung.

Impulse Erzgebirge dwif Teaser

Teil 1: Betriebsoptimierung (externer Link)

Teil 2: Qualitätsmanagement (externer Link)

Teil 3: Nachhaltigkeit (externer Link)

 


 

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